Die Kunst selbst beigebracht

Von Lucia Buch | Jengen Betritt man 'ihr' Reich, in dem sie seit etwa zweieinhalb Jahren lebt und arbeitet, so merkt man vor allem eines: Die gelernte, sich mittlerweile im Ruhestand befindliche Industriekauffrau Brigitte Kessler fühlt sich in ihrer gemütlichen Altbauwohnung im früheren Wirtschaftsgebäude des Jengener Mühlenhofes gemeinsam mit Kater-Senior 'Janosch' sichtlich wohl. Die liebevoll eingerichtete Wohnung, deren im Wechsel der Jahreszeiten 'traumhaften' Fenster-Ausblicke sie besonders schätzt, wird von der Künstlerin gleichzeitig als Wohn-Ort wie als Atelier genutzt.

Ausdrucksstark und farbintensiv

Gemälde füllen fast jede freie Wandfläche: Aktmalerei, aber auch verschiedene Landschafts- und Naturmotive in individuellen, zum Nachdenken einladenden Kontexten, die meist über das bloße Abbilden der Wirklichkeit hinausgehen. Neben Öl-, Acryl- und Aquarelltechnik sowie Mischversionen liegt der Künstlerin vor allem das Malen mit Pastellkreiden sehr am Herzen: In mehreren Bildern ist es ihr gelungen, auch mit Pastellkreiden farbintensiv und ausdrucksstark zu arbeiten. Mittelpunkt ihres Schaffens ist der große Schreibtisch, der zusammen mit der Staffelei das Arbeitszimmer bestimmt.

In einen Gartenschuppen, den sie 'mein Spiegelkabinett' nennt, zieht sich Brigitte Kessler zur Steinbearbeitung zurück. Neben halbfertigen Kunstwerken beeindrucken fertige Objekte wie eine an Janus erinnernde Maske aus weißem Speckstein oder ein weiblicher, fast antik anmutender Alabaster-Akt.

Öffentlich ausgestellt in einer Galerie hat Brigitte Kessler bisher nur im Bereich Gilching, wo sie fast 30 Jahre lang lebte, ehe sie einen Neuanfang in Jengen machte. Dennoch dürften viele Buchloer schon Werke von ihr gesehen haben, war sie doch in Rahmen der 'Ostallgäuer Kulturexpedition' aktiv und konnte bereits erfolgreich Bilder in den Verkaufräumen mehrerer Buchloer Einzelhändler präsentieren.

Auftragswerke übernimmt die Künstlerin übrigens nur selten und zurückhaltend, da meist die inneren Vorstellungen, die Auftraggeber und Maler von einem Bild haben, naturgemäß nicht übereinstimmten. Ihr als Künstlerin sei es jedoch wichtig, sich in jedem ihrer Werke in irgendeiner Form wiederzufinden.

Ein Kunsthochschulstudium hat Brigitte Kessler nicht absolviert, sehr wohl aber ihr natürliches Talent in verschiedenen Kursen technisch geschult. Kein Wunder also, dass die Autodidaktin bereits mehrfach angefragt wurde, ob sie ihre Kenntnisse weitergeben möchte. Wenn das Steinbearbeitungs-Atelier im Sommer fertig gestellt sein wird und voraussichtlich mit einer kleinen Vernissage eingeweiht werden wird, plant die Künstlerin diesen Anfragen zu entsprechen und in kleinem Rahmen Unterricht zu erteilen.

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