Kaufbeuren
Die kollektive Fußballparty

Es wird der Höhepunkt des Sommers: Noch knapp zwei Monate, dann kämpfen die weltbesten Kicker für vier Wochen um die Krone des internationalen Fußballs. Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft in Südafrika ist nicht nur bei Sportbegeisterten groß. Wenn die deutsche Elf um den Titel spielt, stimmen auch die Gelegenheitszuschauer in die Fußballparty ein.

Spätestens seit der WM 2006 in Deutschland ist das so öffentliche Fußballschauen, auch Public Viewing genannt, als Massenbewegung etabliert. Schwarz-rot-goldene Fahnenmeere, die sich vor Großbildleinwänden bilden und kollektive Jubelszenen, bei denen sich Fremde im Freudentaumel in die Arme fallen, gehören mittlerweile zu den Großturnieren des Fußballs dazu.

Vier Großgeräte im Einsatz

«Natürlich organisieren wir wieder etwas», sagt deshalb Thomas Bruckner, Geschäftsführer des Kaufbeurer Gasthauses Rose. Dessen Veranstaltungen auf dem Obstmarkt in der Fußgängerzone waren zur WM 2006 wie auch zur EM 2008 bereits bestens besucht. «Es gab immer eine Superstimmung und keine Randale», erinnert sich Bruckner. Daher wolle man mit mehreren hundert Fußball-Fans auch heuer wieder eine «schöne, große Party» im Stadtzentrum feiern.

Geplant sind dabei bis zu vier tageslichttaugliche Großbildfernsehgeräte und Bierzeltgarnituren, von denen aus man sämtliche Spiele der WM verfolgen kann. «Wir wollen alle Begegnungen zeigen, weil uns das als Gastronomie nicht viel mehr kostet», meint Bruckner (siehe Infokasten). Ganz so konkret sind die Planungen beim ESV Kaufbeuren noch nicht: «Wir schwanken derzeit zwischen einer großen Lösung auf der Eisfläche und einer kleinen mit einer Art WM-Studio im VIP-Raum und der Stadiongaststätte», berichtet der Sponsoringbeauftragte des Vereins, Claus Tenambergen.

Das Interesse sei nach wie vor stark vorhanden, welche Variante durchgeführt werde, hänge aber auch von den Kosten ab. «Es sind viele Fragen, die sich da ergeben, aber wir arbeiten jetzt nach der Eishockeysaison an einer sinnvollen Lösung», so Tenambergen. Ein gemeinsames Fußballschauen auf der Eisfläche sei dabei die unwahrscheinlichere, brauche man doch eine ordentliche Technik und eine große Leinwand. Nur für die Deutschlandspiele lohne sich das kaum. «Wenn man dann Eintritt verlangt, muss man zusätzlich die Auflagen für eine kommerzielle Lizenz der Fifa erfüllen», erklärt Tenambergen.

Dass es ansonsten bislang kaum Anfragen für öffentliches Fußballschauen in Kaufbeuren gibt, wundert Susanne Roßkopf vom Ordnungsamt nicht. «Da wird sich im Mai noch Einiges tun», sagt sie. Schließlich reiche es, wenn man die öffentlichen Veranstaltungen zwei Wochen vorher anmeldet. Die Stadt begrüßt die Fußballpartys und sorgt dabei für Jugendschutz und Sicherheit. «Die Leute sollen feiern können, und bisher ist ja immer alles sehr friedlich abgelaufen,» berichtet Roßkopf.

Wetter sollte mitspielen

Bleibt zu hoffen, dass für ein weiteres Kapitel des «Sommermärchens» auch dieses Jahr das Wetter mitspielt. «Dann wollen die Leute raus und setzen sich auch gerne zum Public Viewing aufs Kopfsteinpflaster», sagt Roßkopf.

Umso besser wäre es, wenn die deutsche Mannschaft wieder weit käme, ergänzt Thomas Bruckner: «Wenn sie sogar das Finale erreicht, lassen wir uns etwas Besonderes einfallen.»

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