Weiler
Die Klangvielfalt des Akkordeons

Vor zahlreichen Zuhörern fand in der evangelischen Kreuzkirche in Weiler ein außergewöhnliches Konzert statt. Der russische Akkordeon-Virtuose und Komponist Vladimir D. Zubitzky (geboren 1953) präsentierte auf seinem Bajan-Akkordeon (ein reines Knopf-Akkordeon) ein abwechslungsreiches Programm mit Bearbeitungen europäischer Barockkomponisten (Johann Sebastian Bach, Jean Philippe Rameau, Domenico Scarlatti, Claude Daquin), dem er Werke zeitgenössischer Komponisten (allen voran Astor Piazolla) und seine eigenen Kompositionen hinzufügte.

Gerade Vladimir Zubitzkys Kompositionen zeigen, dass das Akkordeon mehr kann als Volksmusikbegleitung und ein veritables Konzert-Solo-Instrument ist. Klassische Komponisten verschiedener Jahrhunderte haben hierfür namhafte Werke komponiert, und seit der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ist das Akkordeon in der amerikanischen Jazzmusik verwurzelt.

Vladimir Zubitzkys Komposition «Partita concertante No. 2 in modo die jazzimprovisazzione» ist ein prägnantes Beispiel dafür. Der Künstler nutzte nicht nur die Knöpfe seines Instrumentes zum Musizieren, sondern bezog den ganzen Instrumentenkörper in die Ausdrucksweise mit ein.

Die Finger der rechten Hand strichen in feurigen Glissandi über die Knöpfe, mit beiden Händen schlug er den Rhythmus am Akkordeongehäuse, und die Klänge des Instrumentes ergänzte er durch die eigene Stimme, sodass eine schwungvolle Klang-Körper-Einheit entstand. Dass er bei aller Intensität und Leidenschaftlichkeit des Spiels ein hervorragender Fingerakrobat ist, versteht sich von selbst.

Ein wunderbares musikalisches Denkmal setzte der russische Musiker dem von ihm so verehrten italienischen Komponisten Giaccomo Rossini, in dessen Vaterstadt Pesaro Vladimir Zubitzky heute lebt, mit der Komposition «Rossiniana - Konzert für Akkordeon und Orchester», aus dem er Auszüge spielte. Italienische Leichtigkeit, das «dolce far niente» als Lebensgefühl kennt die russische Seele Vladimir Zubitzkys inzwischen wohl gut.

Begeistert sprach er von der Stadt Rossinis, die auch die seine geworden zu sein scheint, in seinen Kommentaren zu den einzelnen Konzertstücken.

Obwohl er nur gebrochen deutsch sprach, häufig die italienische und vor allem die englische Sprache zu Hilfe nahm, verstanden ihn seine begeisterten Zuhörer. Die Sprache der Musik ist eben universell und auf wunderbare Weise völkerverbindend.

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