Die Jugendarbeit ist ihm wichtig

Von Heinz Sturm
| Füssen Ähnlich wie die Kardinäle, die im Konklave einen neuen Papst wählen, durften sich die Füssener Stadträte am Donnerstag fühlen. Sie hatten die Frage zu klären, wer die Nachfolge von Karlheinz Knebel als Stadtpfarrer antreten soll. Hinter verschlossenen Türen sprach sich das Kommunalparlament einstimmig für Frank Deuring aus. Seine Amtseinführung ist für Sonntag, 7. September, geplant. Der 39-Jährige hält sich mit konkreten Aussagen zu seiner künftigen Arbeit noch zurück: 'Ich will erst einmal die Menschen und die Strukturen der Gemeinden kennenlernen', sagte er unserer Zeitung. Einen Schwerpunkt benennt er aber: 'Die Jugendarbeit ist mir wichtig.'

Der Ort der Ratssitzung war mit Bedacht gewählt: Im Colloquium - dem Versammlungsraum, Lese- und Studiersaal der Mönche im ehemaligen Kloster St. Mang - traten die Stadträte zusammen. Dort mussten sie klären, wen sie als Nachfolger für Stadtpfarrer Karlheinz Knebel vorschlagen wollten, der als Generalvikar künftig die rechte Hand von Bischof Dr. Walter Mixa sein wird. Dieses Präsentationsrecht ist mit der Geschichte des ehemaligen Klosters St. Mang verknüpft (siehe Info-Kasten). Die Auswahl war begrenzt: In Zeiten des Priestermangels stand als einziger Kandidat Franz Deuring zur Verfügung.

Herz schlägt für die Seelsorge

Doch der 39-Jährige, der in den vergangenen fünf Jahren als Domvikar in Augsburg vorwiegend Verwaltungsaufgaben der Diözese betreute, überzeugte die Stadträte mit seinem Auftritt. Er versicherte: 'Mein Herz schlägt mehr für die Seelsorge' als für die Verwaltung. Er wolle den Kontakt zu den Menschen suchen, die Nähe zu den über 8000 Katholiken der Pfarreiengemeinschaft Füssen liege ihm am Herzen. Für den Pfarrer wichtig: 'Kirche muss da präsent sein, wo Menschen Hilfe benötigen.' Er freue sich auf die neue Herausforderung in Füssen.

Für alles aufgeschlossen

In der öffentlichen Fragerunde der Stadträte wollte Dritter Bürgermeister Adalbert Guggemos wissen, ob sich Deuring eher als konservativer oder liberaler Pfarrer einstufe. 'Ich bin für alles aufgeschlossen', sagte der 39-Jährige. Doch 'alte Zöpfe rigoros abschneiden will ich nicht'. Er stufe sich eher in der Mitte stehend ein. Gabriel Guggemos wollte mit Blick auf den Priestermangel wissen, wie die Pfarreiengemeinschaft personell ausgestattet werde. Füssen stehe dank der Ruhestandsgeistlichen und der Patres des Franziskanerklosters noch relativ gut da, so Deuring. Zudem werde für den aus Füssen scheidenden Pfarrer Kazimierz Piotrowski mit dem gebürtigen Kaufbeurer Julius Kreuzer ein neuer Kaplan kommen.

Magnus Peresson kritisierte die modernen Elemente in der Kirche St. Mang. 'Es gibt viele Katholiken, die diese Kirche deshalb nicht mehr betreten.' Doch vorerst bleibt alles beim Alten, versicherte der künftige Stadtpfarrer. Er wolle erst seine neuen Gemeinden kennenlernen.

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