Obermaiselstein
«Die Jugend ist die Zukunft unserer Organisation»

Richtig Urlaub hat ein Mann wie Hans-Peter von Kirchbach nie - auch wenn er drei Wochen in seiner Ferienwohnung im beschaulichen Obermaiselstein verbringt. Von Kirchbach, der vor allem bekannt wurde als «Held von der Oder», ist inzwischen Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe - einem Verein mit 12000 hauptamtlichen und 30000 ehrenamtlichen Mitarbeitern, 1,5 Millionen fördernden Mitgliedern und einem Jahresumsatz von 600 Millionen Euro.

Von Kirchbach ist überzeugt: Funktionieren kann eine derart heterogene Organisation mit Leistungen für Menschen vom Kleinkind bis zum Senior sowie In- und Auslandsprojekten nur, wenn die Vereinsspitze präsent ist. Der Anspruch des Präsidenten: Mindestens zwei Tage pro Jahr besucht er jeden Landesverband. Und so verknüpfte der Wahl-Potsdamer heuer seinen Urlaub im Allgäu mit Besuchen bei den Johannitern in Kempten und Marktoberdorf, in München und sogar im Bayerischen Wald. Vor vier Wochen noch war er im Kongo und machte sich dort ein Bild von aktuellen Projekten.

Seit acht Jahren ist von Kirchbach inzwischen Johanniter-Präsident. Dem 68-Jährigen liegt die Jugendarbeit am Herzen. Deutschlandweit betreiben die Johanniter 216 Kindergärten und 300 Schul-Sanitätsdienste. Weiter zählt von Kirchbach Kinderhorte, Schulsozialarbeit, offene Jugendarbeit und Schulträgerschaften auf. Er gibt offen zu: «Da steckt Eigennutz dahinter - die Jugend ist die Zukunft unserer Organisation». Gerade über den Schulsanitätsdienst bestehe die Chance, an junge Menschen heranzukommen.

Nach Kirchbachs Meinung strahlt das Rettungswesen eine Faszination auf junge Menschen aus. Zudem hätten sie hier die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen und zugleich Gemeinschaft zu erfahren. Um die 11000 Jugendliche sind ehrenamtlich bei den Johannitern in Deutschland tätig.

«Nicht nur bestelltes Essen bringen»

Altenheime, ambulante Pflege- und Menüdienste, Notfalltelefone und Hospizgruppen betreiben die Johanniter bereits - jetzt geht es um eine Verknüpfung von hauptamtlichen Leistungen und Ehrenamt: «Wir wollen nicht nur das Essen bringen, sondern gleichzeitig den alten Menschen vorlesen oder mit ihnen spazieren gehen». Die größte Herausforderung sieht von Kirchbach im zunehmenden Wettbewerb der Rettungsdienste. Als Vorteil gegenüber privaten Anbietern betrachtet er es, Landräten sagen zu können: «Wenn ihr unseren Rettungsdienst nehmt, bekommt ihr die ehrenamtliche Leistung dazu».

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen