Traube
Die große Vision hat sich erledigt

Die Pläne der Sparkasse für eine Erweiterung ihrer Hauptstelle schreiten voran. Eng verknüpft mit diesem Vorhaben ist eine Belebung des Sparkassen-Gebäudes am Salzmarkt. Wie berichtet, möchte das Geldinstitut dort einen neuen Eingang zur Fußgängerzone schaffen.

Aus unternehmerischer Sicht hat sich nun allerdings ein Rückschlag ergeben: Vor allem aus Denkmalschutzgründen kann die Bank in eine Umgestaltung dieses Bereiches nicht die gegenüberliegenden Gebäude einbeziehen.

Am Salzmarkt, in Sichtweite zur Hauptstelle, ist bislang die Immobilien- und Vermögensberatung der Sparkasse untergebracht. Der Plan: Sie soll ins Mutterhaus eingegliedert werden, sobald das benachbarte Gasthaus Traube Expansionsmöglichkeiten bietet. Das Gebäude am Salzmarkt bietet sich dann nach der Vorstellung der Sparkasse für Geschäfte oder andere öffentliche Nutzungen an. «Damit ließe sich das Haus im Sinne der Stadtentwicklung deutlich aufwerten», so Vorstandsvorsitzender Winfried Nusser. Die Ideen werden derzeit in enger Abstimmung mit der Stadt vorangetrieben. Dabei war auch eine «bauliche Einbeziehung» der gegenüberliegenden Gebäudezeile vom Weberhaus bis zum Löwenbeck ins Auge gefasst worden, so Vorstandsmitglied Franz Endhardt, der von einer Art «Brückenschlag» spricht.

«Keine Planungssicherheit»

Konkrete Ausarbeitungen soll es dafür noch nicht geben. Die Gedankenspiele reichten dem Vernehmen nach aber vom Abriss der gesamten Häuserzeile für eine neue Bebauung bis zu einer Überdachung des Salzmarktes, quasi als Verlängerung der Sparkassenpassage. Fakt ist, dass diese Vorstellungen seit Anfang der Woche keinen Bestand mehr haben. Gründe dafür sind laut Endhardt zum einen die derzeit sich überschlagenden Entwicklungen in der Altstadt, die vor allem durch die geplante Umsiedlung des C&A in die Fußgängerzone (wir berichteten) und die seit Langem vorgesehene Ansiedlung des Modehauses Röther am nördlichen Ende der Fußgängerzone geprägt sind. Zum anderen gab es Einschränkungen, da die Gebäude ganz oder teilweise unter Denkmalschutz stehen.

«Die Stadt hat uns viele Brücken gebaut», so Endhardt. Allerdings hätte in diesem Fall auch die Regierung von Schwaben mitgeredet. «Uns fehlt die Planungssicherheit angesichts der voraussichtlich hohen Investitionen.»

Nach der großen Vision wird nun die kleinere Lösung weiterverfolgt. Eine Belebung dieses Bereiches werde sich demnach auf das Sparkassengebäude am Salzmarkt beschränken, so Endhardt. «Bei unserem eigenen Gebäude wissen wir, wo die Reise hingeht.» Das Haus soll nach dem Auszug der Immobilien- und Vermögensverwaltung sowie der Selbstbedienungseinrichtungen im Erdgeschoss neu und öffentlich genutzt werden. Denkbar sei eine Art Markthalle ebenso wie ein kleines Einkaufszentrum.

Eng verbunden damit sind die Pläne für eine Erweiterung der Hauptstelle, da dort die Einrichtungen der Sparkasse am Salzmarkt samt den Mitarbeitern eingegliedert werden müssen. Derzeit berechnen die Planer die benötigten Flächen dafür, entwickeln aber auch Ideen für eine gleichzeitige bauliche Aufwertung der Passage. «Wir wollen Frequenz da rein bringen, wovon auch die Sparkasse profitieren würde», so Endhardt. Auch die Sparkassenräume mit Publikumsverkehr im Erdgeschoss sollen sich der Passage mehr öffnen; wie, steht im Detail offenbar noch nicht fest. Von der alten Gaststätte Traube, dem Stammhaus der Aktienbrauerei, wird im Zuge der Erweiterung voraussichtlich nur noch die Fassade stehen bleiben, der Rest abgerissen.

Drei Architekturbüros arbeiten derzeit an einer Art Ideenwettbewerb, dessen Ergebnisse dieser Tage vorliegen und über die dann beschlossen werden soll. Bis zur Entscheidung für ein Büro und bis konkrete Pläne vorliegen, dürfte jedoch noch einige Zeit ins Land gehen. Endhardt rechnet mit einem Umbaubeginn frühestens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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