Allgäu
Die Faszination Pferd jedem verständlich machen

Wo in der Welt ist Adel ohne Hochmut, Freundschaft ohne Missgunst und Schönheit ohne Eitelkeit? Hier, wo Anmut sich paart mit Kraft und Stärke gebändigt wird durch Sanftmut. Es diente stets ohne Knecht zu sein. Es kämpfte stets ohne Feindschaft.

(nach einem Gedicht von Ronald Duncan)

Hopfen l dec l Kaum ein Tier hat die Geschichte des Menschen in den vergangenen 5500 Jahren mehr beeinflusst als das Pferd. Über Jahrtausende diente es in Kriegen und half bei der Arbeit. Heute ist es überwiegend Sport- und Freizeitpartner. Faszination jedoch üben Rösser seit jeher aus. Sie werden in Gedichten verehrt (siehe oben) und sogar im Koran besagt eine Passage, alle Schätze der Welt lägen zwischen ihren Augen.

Doch warum bewundern viele Menschen Pferde so? Das soll der erste bundesweite Tag der offenen Stalltür (siehe Infokasten) vor allem denen zeigen, die noch nicht von ihnen begeistert sind. Bei dieser Veranstaltung präsentiert sich in der Region unter anderem der Reitverein Hopfen (Ostallgäu).

Auf dem Reiter- und Fohlenhof Hartung wollen die dort beschäftigte Pferdewirtschaftsmeisterin Daphne Dorn und Vereinsvorsitzende Kerstin Rösel «die Freude am Pferd zeigen und was man alles mit dem Tier machen kann». Denn Reiten ist mehr als Turniersport. Sogar Fußball können die Vierbeiner spielen, wie die Hopfener beim Tag der offenen Stalltür ab 11 Uhr beweisen wollen.

Der Traum von Freiheit

«Ein Pferd gibt einem viel zurück», nennt Rösel einen Grund, warum sie die Tiere liebt. Etwas ganz Besonders sind für sie zudem die gemeinsam mit dem Pferd erarbeiteten Erfolge.

«Es sind aber auch der Traum von Freiheit, das kontrollierte Reiten auf einem so großen Tier und die Geschwindigkeit, die Pferde so faszinierend machen», erklärt Daphne Dorn und schwärmt von einem Ritt über verschneite Wiesen - unter sich die Kraft von rund 600 Kilogramm in gestrecktem Galopp.

Lange waren Pferde Statussymbole für Reiche. «So ähnlich wie beim Golf», sagt Dorn. Trainerstunden in anderen Sportarten sind laut Rösle heute aber oft teurer als Reitstunden. «Ein Pferd zu unterhalten, ist zwar nach wie vor nicht billig», bleibt Dorn realistisch. Aber günstiger als früher - gerade auf dem Land, wo eine Pferdebox durchschnittlich rund 200 Euro im Monat kostet. In einer Stadt können das auch 500 Euro sein.

Teamfähigkeit ist wichtig

Aber ohnehin braucht nicht jeder Reitanfänger gleich ein eigenes Pferd. Er sollte jedoch Ausdauer mitbringen, da nicht immer alles sofort klappt, sagt Dorn. Ebenfalls wichtig seien Sportlichkeit und Teamfähigkeit. Schließlich arbeite man mit dem Pferd. Klar sollte auch sein, dass Reiten ein Risikosport ist. Der Gedanke dürfe aber nicht beherrschen.

Eine Altersgrenze für Reitanfänger gebe es nicht - zumindest nicht nach oben. «Jeder kann reiten. Auch 50-Jährige können noch anfangen», so Dorn. Bei Kindern entscheide in erster Linie die Körpergröße. Die zwölfjährige Franziska etwa sitzt seit rund vier Jahren auf dem Pferd. Für sie «ist es schön, mit einem Lebewesen zu arbeiten, weil es immer etwas Neues ist. Es ist nicht wie Schwimmen, wo man ständig die gleichen Bahnen zieht.»

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