Kempten
«Die erste Liga ist für uns derzeit noch eine Nummer zu groß»

Der 1. SC Kempten sorgte in den letzten fünf Jahren für Furore und stieg von der Bezirksliga in die 2. Bundesliga auf. Zum Saisonstart ist das Team um Kapitän Norbert Mayr am Samstag ab 13 Uhr bei SI Stuttgart II zu Gast. Am Sonntag um 13 Uhr findet die Heimpremiere im Squash- und Tennis-Center im Kemptener Oberwang statt. Dann geht es im bayerischen Derby gegen Mitaufsteiger SL Schwandorf. Die Oberpfälzer treten voraussichtlich mit dem früheren Vierten der Weltrangliste - Simon Parke (England) - an. Dietmar Jürschik, Vorsitzender des 1. SC Kempten, gibt im Vorfeld einen Einblick in die Struktur des Vereins und erklärt die Erfolge der vergangenen Jahre.

Wieso ging es seit 2003, als Sie den Verein übernommen haben, sportlich stetig bergauf?

Dietmar Jürschik: Wir sind mit 60 Mitgliedern ein kleiner Verein. Es ist aber so, dass sich viele Mitglieder in der Nachwuchsarbeit engagieren. Das geht von Vätern, die ihre Jungs betreuen, über Spieler der ersten Mannschaft zu denen, die sich von dem Boom einfach anstecken ließen. Um den Jungen eine Basis zu bieten, damit sie den Verein nicht verlassen müssen, wenn sie höherklassig spielen wollen, entstand die Idee, in die 2. Liga aufzusteigen. Wir haben mit Rainer Böck, Norbert Mayr und Alexander Schlichtherle Spieler, die das Niveau haben. Die Jungen mit Johannes Herz, Ken Gibson oder Jürgen Martin sind aber nah dran.

Hat der Verein ein Altersproblem?

Jürschik: Ja, die Mannschaft ist zu alt. Alle Leistungsträger gehen auf die 40 zu. Kurzfristig ist das kein Problem, aber mittelfristig. Das Ziel ist, die Jungen möglichst schnell zu integrieren, ohne sie dabei aber zu überfordern. Das wird die Kunst in dieser Saison in der 2. Liga sein.

Kann es kurzfristig Probleme geben?

Jürschik: Wenn der eine oder andere Leistungsträger ausfällt, ja. Unser Profi, der Schotte David Heath, kann nicht immer spielen, da er auch die Nationalmannschaft von Liechtenstein betreut und in der Jugendarbeit dort eingebunden ist.

Wie teuer ist es, 2. Liga zu spielen?

Jürschik: Unser Etat hält sich im niedrigsten fünfstelligen Bereich auf. Das meiste geht für den Profi drauf, der über einen Förderverein finanziert wird. Der Verein selbst investiert Geld ausschließlich in die Jugendarbeit. Einen Profi müssen wir uns aber leisten. Er ist für den Klassenerhalt unverzichtbar. Wir hoffen, ihn mittelfristig jedoch aus den eigenen Reihen zu ersetzen. Aber mehr als 2. Liga ist nicht drin.

Ist der Verein jetzt in der Liga, die für optimal ist?

Jürschik: Wir wollen uns in der 2. Liga etablieren. Das ist für uns das momentan maximal Vorstellbare. Die 2. Liga ist für Viele Neuland; sportlich, wie auch organisatorisch.

Ist Stillstand nicht gleich Rückschritt?

Jürschik: Die 1. Bundesliga ist für uns derzeit kein Thema, weil wir es zum einen finanziell nicht stemmen könnten. Zum anderen haben die Spieler nicht das Niveau dafür. Also müssten wir uns extern verstärken. Das ist aber genau das, was wir nicht wollen. Unser Konzept: Wir wollen den Spielbetrieb mittelfristig mit eigenen, jungen Leuten bestreiten. Die 1. Bundesliga ist für uns derzeit eine Nummer zu groß.

Muss das so bleiben?

Jürschik: Das wären Entwicklungen, die derzeit nicht abzusehen sind. Man soll zwar niemals nie sagen, aber wir werden die Entwicklung des Vereins sorgfältig angehen. Im Moment sind wir einfach nur stolz, endlich in der 2. Liga zu spielen.

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