Hohenschwangau
Die Erfüllung hoher Erwartungen

Das Dienstagprogramm der Schlosskonzerte Neuschwanstein versprach die Aufführung markanter Meisterwerke der Komponisten Richard Wagner, Richard Strauss und Ludwig van Beethoven. Und die gespannten Erwartungen wurden mit einer hochkarätigen Wiedergabe durch die Staatskapelle Halle und der Sopranistin Carola Höhn im ausverkauften Sängersaal mehr als erfüllt.

Es war eine gepflegte Miniatur sinfonischer Dichtung, die das verkleinerte Ensemble der Staatskapelle mit dem «Siegfried-Idyll» Wagners zur Aufführung brachte. Impressionistisch zart wurde ein Tongemälde geschaffen, das viele Kostbarkeiten aufzuweisen hatte. Die Kombinationen des «Reinheit-Motivs» mit variablem thematischen Material und die Verbindung mit dem Seitenthema «Schlaf Kindchen schlafe» wurden in fein gesponnenen Klängen zu einem farbigen Stimmungsgemälde verarbeitet.

Die Holzbläser agierten im verhalten-poetischen Tonfall, grundiert von einfühlsamen Streichern und Hörnern. So wurde verständlich, dass diese vorgetragene Liebeserklärung Wagners am Morgen des Geburtstags von Cosima, diese aus dem Schlaf in eine Art Dämmerzustand überführte. Es ist eine Auseinandersetzung mit Tod und Abschied, die Richard Strauss in den vier letzten Liedern führt.

Dabei bedient er sich elegischer Gedichte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff. Seine Vertonung hingegen zeigt gelassene Zuversicht. Diese drückte Carola Höhn in einer konsequenten vokalen Linie aus. Sie überzeugte mit einer stark lyrisch geprägten Stimme, die mit warmem Timbre leicht nach oben schwebt und dennoch Intensität wahrt. So formte sie in langen Phrasen und wohl ausgeformten Melismen zusammen mit dem transparenten Orchesterklang für ein regenbogenfarbenes Hörbild. Hymnisch ertönte das Verklärungsmotiv des Solohorns. Mit feinnerviger, aber auch bestimmter Gestik, verstand es Karl-Heinz Steffens seine Intentionen dem Orchester zu vermitteln. Dadurch gelang ihm zusammen mit seinem Klangkörper eine fesselnde Wiedergabe der Steigerungsverläufe von Beethovens bekannter «Sinfonia Eroica».

Die motivische Arbeit der Kämpfe und Konflikte im 1. Satz imponierte. Großflächig und bei aller emotionaler Aufgeladenheit bestens differenziert im Klangvolumen, ertönte der Trauermarsch.

Nach einem vorantreibenden Scherzo spornte der Dirigent sein Orchester zur Höchstleistung an mit gekonnter Verschmelzung von Variationen, Fuge, deutschem Kontretanz, ungarischem Soldatentanz, Sturmläufen und der unendlichen Reihe von Schlussakkorden. Das Publikum entlud seine Begeisterung mit lang anhaltendem Beifall.

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