Kempten
Die eigenen Grenzen austesten

«Zum Melken fünf nach Acht» soll der erste Satz lauten. So will es das Publikum. Eine Kuh soll vorkommen, Salsa getanzt, und ein Lied soll auch noch gesungen werden. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die Impro-Theatergruppe «Wendejacken», die ihr fünfjähriges Bühnenbestehen im Künstlercafé feiert. Dabei legen sich Norman Graue, Nadine Schneider, Jasmin Taghanli, Anna Brendel, Ruben Hagspiel, Thomas Wölfle und Elena Schmidt richtig ins Zeug. Sie machen gekonnt genau das, was das Publikum von ihnen will.

Überhaupt sind die Zuschauer stets mit einbezogen. Sei es ein gemeinsames Lied zu Beginn oder die vielen Vorschläge während der einzelnen Spiele. «Wir leben von einem guten Publikum», sagt Nadine Schneider. So entstehen dann Szenen wie «Wettschminken als olympische Disziplin» oder etwa «Murmeltiere aus Nimmerland». Unter körperlicher und geistiger Höchstleistung wird dann um die Wette geschminkt, die Murmeltiere in Nimmerland werden von Terroristen angegriffen. Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass die Protagonisten nach ihrer Rückkehr an der Murmeltiergrippe leiden.

Erstmalig tritt die Gruppe bei ihrem Jubiläum mit Showband auf - Magnus Dauner am Schlagzeug, Christian Bader am Bass und Andreas Schütz am Piano. Hinzu kommt der Sänger Jonathan Ettensberger, der die Wendejacken mit «Eye of the Tiger» einlaufen lässt. Für Norman Graue steht fest, dass er auch zukünftig mit Showband spielen will. «Das ist einfach super und macht viel mehr Spaß.»

Spontaneität, das Austesten eigener Grenzen und der Adrenalin-Kick seien für sie so reizvoll, sagt Nadine Schneider. Deswegen ist die Gruppe auch nach fünf Jahren noch voll bei der Sache, auch wenn inzwischen vier der sieben in München auf der Schauspielschule studieren.

Die Kuh Berta wird zu Tode gemolken, erwacht aber wieder und überlebt einen Flugzeugabsturz in Transsylvanien. Da wird die Gruppe von Dracula angegriffen, der anschließend mit Berta «Oh Kuh, saug mich aus» singt und Salsa tanzt. Nach dieser Einlage sind die Lachmuskeln der über 100 Zuschauer mächtig in Arbeit.

Auch in Zukunft wird das so sein, wenn die Wendejacken in andere Rollen schlüpfen, den Charakter von Szene zu Szene umkrempeln und sich immer neu anziehen. Ihr Name ist eben Programm.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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