Allgäu
Die alte «Kunst mit den Greifen zu jagen»

Rettenbach/Bernbeuren Rund 70 Falkner, unter anderem aus England und der Schweiz, fanden sich dazu auf Gut Kinsegg bei Bernbeuren ein. «Beize waidgerecht mit Greif und Hund dein Wild; zeig´ allen stets ein offenes, faires Falknerbild; ein Ziel uns allen immer sei; die Einigkeit in Jagd und Falknerei», lautet der Leitspruch, nach dem die Tradition und Pflege des Kulturgutes Falknerei erhalten werden soll.

Faszination Greifvogel

Mit der Zeremonie ist für das «Deutsche Falknerorden-Kind», wie sich Anita Weber selbst bezeichnet, ein Traum in Erfüllung gegangen: «Schon als Jugendleiterin beim Bund Naturschutz war ich von Greifvögeln fasziniert. Die Vogelflugvorführung von Falknermeister Wolfgang Schreyer war dann für mich der ausschlaggebende Anreiz zu sagen: «Das will ich auch werden.»

Nun geht die Holzbildhauerin und examinierte Altenpflegerin regelmäßig mit ihrem Habichtweibchen Sally auf die sogenannte Beizjagd - die mit Genehmigung auch in Parks und auf Plätzen betrieben werden darf.

«Dadurch ist es zum Beispiel möglich, Flugplätze, öffentliche Parks oder Friedhöfe von Krähen und Hasen frei zu halten», sagt die 50-Jährige und weiter: «In dem fast ein Jahr dauernden Kurs mit hohem Praxisanteil lernt man das nötige Handwerkzeug dafür. Aufzucht und Pflege verletzter Vögel sowie die Rechtsgrundlagen der Falknerei werden ebenfalls vermittelt.»

Voraussetzung für die abschließende Prüfung ist der allgemeine Jagdschein. Es sei jedoch besonders wichtig, als Jungfalkner in der Anfangszeit von einem erfahrenen Meister unter die Fittiche genommen zu werden. Die allesamt unter Artenschutz stehenden Vögel beziehen die Falkner von Zuchtstationen oder durch behördlich genehmigte Aushorstung.

Um nicht in den natürlichen Lebensraum der Greifvögel einzugreifen, wird solch eine Ausnahmegenehmigung nur in den seltensten Fällen erteilt, wenn zum Beispiel Jungvögel aus dem Horst fallen oder die Altvögel tot sind.

Zeitintensive Tätigkeit

Ein Falke kostet laut Weber rund 1000 Euro, wobei nach oben hin keine Grenze gesetzt sei, wie man bei den Jagdvogel-fanatischen arabischen Scheichs sehen könne. «Die empfindlichen und sensiblen Vögel bedürfen sorgsamer Pflege. Auch das Aufstellen, also die Gewöhnung des Tieres an die Umgebung und die eigentliche Jagd, nimmt viel Zeit in Anspruch», erläutert die ehrenamtliche Falknerin.

Neben dem aktiven Einsatz für den Vogelschutz organisiert Anita Weber unter anderem Natur-Erlebnistage, um Nachwuchs für die Falknerei zu gewinnen: «Damit haben wir noch Probleme, aber es ist nun mal wichtig für die Zukunft.»

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