Allgäu
Die Alltagssorgen vergessen

We are the world» schallt es durch die evangelische Johanneskirche in Kempten. Über 200 Laiensänger geben ihr Bestes, singen aus Leibeskräften - und enttäuschen ihren strengen Lehrer nicht. «Ich liebe euch», verkündet Mano Ezoh stolz und strahlt. Der in Nigeria geborene und in Deggendorf lebende Sänger und Songwriter hat ein Jahr lang eine ganze Menge an Energie und viel Herzblut in sein Kemptener Projekt gesteckt.

Etwa einmal pro Monat kamen die ambitionierten Sänger zusammen und probten gemeinsam bekannte Lieder wie «Oh happy day», «Knocking on heavens door» oder Eigenkompositionen von Mano Ezoh. Was da im Laufe der Zeit gewachsen ist, gibt Anlass zum Staunen: Die meisten Mitglieder des Projektchores waren blutige Anfänger, manche hatten ein wenig Erfahrung im Kirchenchor oder örtlichen Männergesangverein gesammelt. Aus ihnen wurden begeisterte Sänger, die keine Angst mehr haben, inbrünstig zu singen - und die meist auch die richtigen Töne treffen.

«Tenor, was ist los?» «Alt, ich höre euch nicht.» «Sopran, ihr singt die falsche Stimme»: Das waren in vielen Proben oft gehörte Sätze eines mehr oder minder verzweifelten Mano Ezoh. Immer wieder hieß es, den richtigen Einsatz zu finden, an der richtigen Stelle zu atmen, einmal nur «uuuh» zu singen, dann wieder «uuh» und aaah».

Nicht ganz leicht für die Laiensänger, die aus dem gesamten Allgäu kommen.

Mano Ezoh ist ein Mann mit Visionen. Mit sechs Jahren begann seine musikalische Karriere. Wenn er bei den Proben die Stimme erhebt, wird es ganz still, alle lauschen fasziniert. Beim Singen Gefühle auszudrücken, das ist es auch, was er seinen Sängern vermitteln will. «Die Grammatik ist egal», stellt er klar, wenn bei mancher falschen Endung einige unerfahrene Sänger die Stirn runzeln. Eine Mitsängerin trat einmal in einer Probe auf die Bühne und brachte es auf den Punkt: «Wenn man mit Mano singt, dann ist das, als wie wenn man einen Rucksack ablädt.» Die Alltagssorgen sind vergessen, es zählt nur der Moment, der erfüllt ist von einem «Halleluja» aus über 200 Kehlen.

Karten für das Konzert am 15. Mai (20 Uhr) in der Big Box in Kempten u.a. bei den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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