Füssen / Schwangau
Dialog und knackige Forderungen

Immer wieder ist der Königswinkel Schauplatz überregionaler Tagungen. Seit gestern abend jedoch ist der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut Gastgeber für eine ganz besondere Runde: Bayerns Landkreis-Chefs diskutieren bis zum morgigen Dienstag in Schwangau über aktuelle landesweite Probleme - und lernen am Rande die Schönheiten der Region kennen. Untergebracht ist der Tross (mit Begleitern und Fahrern rund 190 Köpfe) im Luitpoldparkhotel Füssen. Wir sprachen vorab mit Johann Fleschhut über die Tagung.

Was genau steckt hinter der bayerischen Landrätetagung - und warum findet die Veranstaltung ausgerechnet im Ostallgäu statt?

Fleschhut: Die 71 Landräte Bayerns treffen sich zweimal jährlich in verschiedenen Regionen, um aktuelle Themen mit landesweiter Tragweite zu behandeln. Das Allgäu war zuletzt vor über sieben Jahren Schauplatz der Tagung. Ich bin stolz, dass sich diesmal unsere Region von ihrer besten Seite zeigen darf.

Das klingt ja fast nach einem lockeren Ausflug von Politikern

Fleschhut: Es gibt zwar am Rande ein Rahmenprogramm mit Neuschwanstein-Besuch oder Kamel-Trekking - eine Kaffeefahrt ist das Ganze aber beileibe nicht. Hier geht es im Präsidium, im Landesausschuss und im Plenum richtig zur Sache. Die Landräte-Tagung ist bekannt dafür, dass von ihr wichtige Impulse ausgehen, dass an Bundes- und Staatsregierung knackige Forderungen gestellt werden.

An welche Themen denken Sie da?

Fleschhut: Ein Schwerpunktthema ist der Tourismus in den Landkreisen. In diesem Bereich ist gerade unsere Region beispielhaft, etwa was die Marke Allgäu angeht. Da können wir andere durchaus ein Stück weit befruchten. Außerdem werden bei der Tagung hochrangige Vertreter des Wirtschaftsministeriums und des wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr referieren.

Das klingt jetzt wieder recht theoretisch

Fleschhut: Man muss sich unsere Tagung neben dem Erfahrungsaustausch und den Fachreferaten als Dialog zwischen der Staatsregierung und der kommunalen Basis, den Landkreisen, vorstellen. Dafür ist der zweite Hauptaspekt der Tagung, die Bildungspolitik, ein gutes Beispiel. Wir werden uns in Schwangau mit der Zukunft der Hauptschule befassen, ein für ganz Bayern elementares Thema.

Hier stehen in Kürze entscheidende Weichenstellungen an.

Und wie lässt sich die Zukunft der Hauptschulen sichern - gerade auf dem flachen Land?

Fleschhut: Die Hauptschulen sollen nach dem Konzept des Kultusministeriums zu Mittelschulen werden. Das erfordert zum Beispiel, dass sich gerade kleinere Schulen mit weniger als 300 Schülern, denen unsere größte Sorge gilt, zu Schulverbünden formieren. So können sie ein attraktives Angebot mit einem attraktiven Abschluss bieten. Angesichts der schwindenden Schülerzahlen sind aber auch für die größeren Hauptschulen besondere Schritte nötig. Wie das in der Praxis aussehen kann, darüber wollen wir Landräte mit den Vertretern der Staatsregierung diskutieren.

Wie akut ist dieses Thema?

Fleschhut: Sehr akut, denn es kann für kleine Schulen durchaus bis zur Existenzfrage gehen. Darum soll es im November im Ostallgäu ein sogenanntes Dialog-Forum mit Schulleitungen, Schulverbänden, Kommunen, Regierung, Elternvertretern, Landratsamt und Schulamt geben. Wir werden hier mit als die ersten in den breiten Dialog treten und für den flächendeckenden Erhalt unserer Hauptschulen arbeiten.

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