Diakon spricht über Kirchenzukunft

Weg vom eingefahrenen Kirchenrecht muss sich die Kirche verändern und neue Wege finden, damit sie vor allem die Jugend wieder erreicht. Dies war die Kernaussage des Landwirts und hauptamtlichen Diakons Albert Greiter beim adventlichen Landfrauentreffen des Bauernverbandes im Modeon in Marktoberdorf.

Advent sei die 'Zeit des Erwartens, in der wir uns freuen auf das, was kommt', sagte eingangs Rita Meggle vom Kreisvorstand der Landfrauen Ostallgäu. Mit der Gruppe 'Blechbleamla' (mit zwei Schwestern und zwei Töchtern) sorgte sie am Tenorhorn gleichzeitig auch mit für die musikalische Umrahmung.

Das gemeinsame Lied 'Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen' stimmte auf das Thema von Albert Greiter ein: 'Wie bleibt die Kirche vor Ort am Leben (dran)?' Kirche und Bürgermeister seien einst im Dorf eine Institution gewesen, bei der die Bürger nicht viel mitzureden hatten, erinnerte der hauptamtliche Diakon. Heute sei die Kirche für das Volk da. Viele Gruppen vereinigten sich unter ihrem Dach.

400 Pfarrer über 70 Jahre stünden im Bistum Augsburg nur 270 jüngere gegenüber, es gebe viel zu wenig Gemeindereferenten und bundesweit würden schon jede Menge Kirchen zum Verkauf angeboten. Auch habe es noch nie so viele Suizide gegeben wie heute. Andererseits erlebe er bei seiner Hospizarbeit wie auch als Notfallseelsorger viele gläubige Menschen. Dabei höre er oft: 'Jesus ja, Kirche nein.'

Wieder mehr auf Seelsorge konzentrieren

Anhand der Kirchenträume des 2000 gestorbenen Paters Roman Bleistein erläuterte er, wie sich nach seiner Vorstellung die Kirche verändern muss, um die Menschen wieder besser zu erreichen, ihnen Halt und Hoffnung zu geben. Dabei wurde Greiters eigene Begeisterung für den christlichen Glauben sehr deutlich.

'Wir müssen uns wieder mehr an die Lehren Jesu erinnern und den Glauben leben', mahnte er. Es gehe um Toleranz und gelebtes Miteinander, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt, nicht die Institution. Der Pfarrer müsse künftig viele seiner Aufgaben an Laien abgeben, um sich wieder seiner eigentlichen Aufgabe, der Seelsorge, widmen zu können. An die Frauen appellierte er, sich weiterhin in den Gemeinden einzubringen.

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