Wiggensbach
Diagnose Blasenkrebs: «Das Leben geht weiter»

In der eigenen Erkrankung zum Profi werden und zugleich mit der Krankheit leben anstatt dagegen - das ist das Ziel, das Margot Sammet verfolgt. Vor rund anderthalb Jahren erkrankte sie an Blasenkrebs. Nach dem ersten Schock traf sie für sich eine Entscheidung: «Blasenkrebs - na und? und das Leben geht weiter.» Das ist auch der Slogan der Selbsthilfegruppe, die die Wiggensbacherin ins Leben gerufen hat. Schwabenweit ist sie hier Ansprechpartnerin. «Öffentlichkeitsarbeit und Erfahrungsaustausch ist wichtig», weiß sie.

Jährlich werden rund 28750 Neuerkrankungen an Blasenkrebs registriert. Zwischen zwölf und 15 Blasenentfernungen werden pro Jahr allein im Klinikum Memmingen durchgeführt - also mindestens eine jeden Monat.

Als Margot Sammet vergangenes Jahres nach einer regionalen Selbsthilfegruppe für Blasenkrebs suchte, gab es dazu noch kein Angebot. «Dann mache ich das selbst», entschied die engagierte Frau, obwohl ihr im September die schwere Operation bevorstand. Heute gehören fünf Frauen und Männer dem Kreis an, zwei weitere telefonieren regelmäßig mit Sammet.

Persönliche Erfahrungen

Bei den Treffen tauschen die Teilnehmer ihre persönlichen Erfahrungen aus. Manche haben eine Blasen-OP hinter sich, anderen steht sie bevor - oder man sucht gemeinsam nach Alternativen. «Wir sind Ansprechpartner für Menschen, die die Diagnose Krebs erfahren haben und ihre Blase erhalten möchten, für die, die mit einer Ersatzblase leben oder auch die, die einen künstlichen Harnausgang haben.»

Angehörige und Interessierte sind ebenfalls willkommen. «Und stärkende Worte im Krankenhaus gehören auch in eine Selbsthilfegruppe», findet die Wiggensbacherin.

Zudem werden Alltagstipps ausgetauscht. So waren die übrigen Teilnehmer beispielsweise neugierig auf den Spezial-Badeanzug von Sammet. «Natürlich kann man mit der Erkrankung schwimmen gehen. Je nach Operationsverlauf kann man sich eventuell spezielle Badekleidung zulegen», erklärt Margot Sammet auch mit ihrer Erkrankung ihre Lebensqualität. «Es geht aber nicht nur um Krankheit. Wir sind auch gern gesellig beieinander.»

«Mut hat sich gelohnt»

Beim vierten Allgäuer Selbsthilfetag präsentierte die Delegierte fürs Allgäu erstmals ihre Gruppe. Mit Erfolg. Und sie wird gemeinsam mit ihrer Gruppe auch am Stoma-Tag in Oberstaufen am 3. Oktober dabei sein. Sammets Resümee zur Gruppengründung: «Der Mut hat sich auf alle Fälle gelohnt. Es würde uns alle freuen, wenn noch einige Betroffene mehr zu unserer Gruppe kommen würden.»

Die Selbsthilfegruppe Allgäu für Blasenkrebserkrankte trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 14 Uhr im Kolpingheim Wiggensbach. Ansprechpartnerin ist Margot Sammet, Telefon 08370/8234. Weitere Infos: www.harnblasenkrebs.de/html/selbsthilfe.html

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen