Altusried
Deutschlands drittbester Klempner-Geselle ist Altusrieder

Sofort nach dem großen Erfolg heimzufahren war ein Fehler. Schließlich war Klempner-Geselle Bastian Dorn nach seinem Sieg beim Landesentscheid des Handwerks in Würzburg noch viel zu sehr in Gedanken versunken. So kam es dann auch, dass er zu schnell fuhr und prompt geblitzt wurde.

Ärgerlich. Aber der 23-Jährige kann darüber lachen. Schließlich hängt mit der Geschichte über den kostspieligen Fauxpas auch eine Erfolgsgeschichte zusammen. Immerhin wurde sein Werkstück, mit dem er den bayernweiten Wettbewerb für sich entschied, zu einer bundesweiten Sichtung eingeschickt. Und es kam an - Dorn wurde Dritter.

«Bei der Gesellenprüfung hatte ich das beste Werkstück in der Klasse», erzählt der Altusrieder, wie alles begann. Er hatte einen Rinnenkasten gebaut, das ist ein Ablauftrichter für die Dachrinne. Der Kasten wurde zur Handwerkskammer Schwaben geschickt, die es zum besten Gesellenstück erklärte und Dorn somit für den Landesentscheid qualifizierte.

Ein Segment zu viel

In Würzburg musste sich Dorn gegen fünf Konkurrenten durchsetzen. Aufgabe der frischgebackenen Gesellen war es, in sieben Stunden einen Schweizer Bogen zu bauen. Dabei handelt es sich um ein Verbindungsstück zwischen Dachrinne und Ablaufrohr. Es wird aus schräg zugeschnittenen Stücken zusammengesetzt. «Ich habe mich voll auf die Arbeit konzentriert und war schon eineinhalb Stunden vor Ablauf der Zeit fertig», erzählt Dorn.

Doch dann, sechs Minuten vor der Abgabe, kam der Schreck: «Ich habe gesehen, dass der Bogen bei den anderen kleiner war», erinnert sich Dorn. Er hatte ein Segment zu viel eingebaut. Weil er dafür keinen Punktabzug in Kauf nehmen wollte, schnitt er ein Stück raus und setzte den Bogen dann wieder zusammen. «Es ist ein komisches Gefühl, wenn du ein fertiges Stück hast und dann nochmal die Säge ansetzt», sagt er.

Der Altusrieder kann sich vorstellen, dass dieser kurzfristige Entschluss ihm den Sieg einbrachte.

Als das Werkstück dann zum bundesweiten Vergleich eingereicht wurde, wagte Dorn nicht so recht zu träumen, dass er einen der vorderen Plätze belegen könnte. Umso größer war dann die Freude über den dritten Platz - auch bei seiner Familie und deren Betrieb, der Firma Lerchenmüller. Dort hat Dorn bereits seine Lehre gemacht. (fe)

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