Kaufbeuren / Neugablonz
«Deutlich weniger Staus»

Das mit Spannung erwartete Ergebnis der diesjährigen Verkehrszählung in Neugablonz wurde in Kaufbeurer Bauausschusssitzung präsentiert. Sie sollte neue Erkenntnisse darüber bringen, ob der Reifträgerweg als Entlastungsstrecke für Neugablonz sinnvoll ist. Der Münchner Verkehrsexperte Professor Harald Kurzak kommt dabei zu einem klaren Ergebnis. Obwohl es mittlerweile eine zweite Auffahrt auf die B12 bei Germaringen gibt, von der man erwartete, dass sie den Verkehr in Neugablonz verringert, ist das Verkehrsaufkommen im Vergleich zum Jahr 2000 nicht kleiner geworden - sondern lediglich gleich geblieben (siehe Grafik). Kurzak empfiehlt in jedem Fall den insgesamt 1,8 Millionen Euro teuren Bau des Reifträgerweges ab dem so genannten McDonaldskreisel nach Norden über Germaringer Flur bis zum bereits bestehenden Reifträgerweg im Osten des Stadtteiles. Die zu bauende Trasse wäre circa 800 Meter lang (davon 600 Meter in Germaringen). Dafür muss auch Bannwald gefällt werden.

Der Verkehr in der Sudetenstraße würde um 2000 bis 3600 Fahrzeuge pro Tag entlastet (die Belastung liegt derzeit bei teils über 20000 pro Tag). Das würde insbesondere zu Hauptverkehrszeiten zu «deutlich weniger Staus» führen. Auch viel Schwerlastverkehr könnte vermieden werden. Der Kaufbeurer Bauausschuss empfahl dem Stadtrat mit zwei Gegenstimmen - Ralf Nahm (SPD) und Wolfgang Hawel (Grüne) - die entsprechenden Änderungen im Flächennutzungs-, im Landschafts- und im Bebauungsplan. Das Ganze muss noch im Rathaus ausgelegt werden - dann hat der Bürger die Möglichkeit, die Planung einzusehen und auch Einsprüche vorzutragen (siehe Infokasten).

Hawel kritisierte unter anderem den Flächenverbrauch durch die Errichtung neuer Straßen, Nahm betonte, dass diese «Verkehr anziehen, aber nie Entlastung bringen». Zweiter Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) beispielsweise hofft dagegen, «dass die Sache nach 30 Jahren endlich zum Abschluss kommt und die Straße gebaut wird. Typisch Kaufbeuren.» Auch sein Parteifreund Karl-Georg Bauernfeind - direkt vor dessen Haustür soll nun die neue Trasse gebaut werden - ist für die Umgehungsstraße. In vielen Gutachten müssten etwa die Belange des Artenschutzes berücksichtigt werden. «Aber es fehlt immer eine Art: Der Mensch.» Man müsse auch die Situation der Menschen in der Sudetenstraße berücksichtigen. Alexius Batzer pflichtete dieser Argumentation namens der Fraktion der Kaufbeurer Initiative bei.

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