Krankheitsfälle
Derzeit vermehrt Fälle von Windpocken rund um Kempten

Die Windpocken verbreiten sich zurzeit in Kempten und im nördlichen Oberallgäu in Windeseile. Amtsarzt Dr. Ludwig Walters will zwar nicht von einer Epidemie sprechen, jedoch von auffällig vielen Erkrankungen. Innerhalb kürzester Zeit wurden 'an die 30 Fälle' dem Gesundheitsamt gemeldet.

Der Mediziner warnt dringend davor, die Windpocken zu verharmlosen nach dem Motto: 'Ach, die paar Pusteln' Die Erreger können bei Erwachsenen, die als Kind erkrankt waren, über die extrem schmerzhafte Gürtelrose reaktiviert werden. Dr. Walters rät daher dringend, sich impfen zu lassen.

Windpocken sind hochansteckend und daher meldepflichtig. Beim Gesundheitsamt werden die Nachrichten darüber zusammengefasst. Windpocken sind die am häufigsten auftretende Kinderkrankheit, noch vor den Masern. Normalerweise werden um die fünf Erkrankungen von Kindergarten- und Schulkindern pro Monat angezeigt, sagt der Amtsarzt.

Bereits vor Weihnachten stiegen die Zahlen markant an. Innerhalb von sechs Wochen gab es 40 Fälle, vornehmlich innerhalb der Gemeinden Buchenberg und Altusried. Eine neue Erkrankungswelle wird derzeit in Kempten registriert. Dr. Walters: 'Täglich kommen zwei, drei Meldungen herein.'

Die Symptome: Windpocken sind eine Hauterkrankung mit sogenannten Herpes-Viren, bei der sich rote Prusteln auf dem gesamten Körper bilden. Unter Medizinern ist daher auch von einer 'Sternenkarte' auf der Haut die Rede.

Der Krankheitsverlauf: Die Bläschen platzen auf und die auslaufende Flüssigkeit ist voller Viren, warnt der Amtsarzt. Die kleinen Wunden bilden Krusten, die nach etwa einer Woche abheilen. Während der Erkrankung dürfen die Kinder - amtlich verordnet - nicht in der Kindergarten oder die Schule besuchen.

Die Windpocken verbreiten sich so schnell, da Kinder bereits ein bis zwei Tage vor dem eigenen Krankheitsausbruch andere anstecken können. Endgültig überstanden ist die Kinderkrankheit eine knappe Woche nach dem Verschwinden der letzten Hauterscheinungen.

Komplikationen: Meist sind Kinder bald wieder gesund. Manchmal kann es jedoch zu ernsten Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung kommen.

Die Gefahr: Wer einmal an Windpocken erkrankt ist, trägt den Erreger weiter in sich. Für Erwachsene kann das höchst schmerzhaft werden, erklärt Dr. Walters: 'Bei einer Reaktivierung des Erregers äußert sich das als Gürtelrose.' Und dies sei 'übel, weil mit gemeinen Schmerzen' verbunden.

Die Gürtelrose hat ihren Namen von einem gürtelförmigen Bläschenbefall der Haut. Etwa ein Fünftel aller Menschen erkrankt daran, meist in einem Alter jenseits von 50. Das tückische an dieser Krankheit: Die Betroffenen leiden in manchen Fällen lebenslang an chronischen Schmerzen.

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