Oberreute
«Der Wasserfall ist ein Scharfrichter»

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Eigentlich war es zu befürchten: Der erste Interviewversuch wurde nichts. «Der ist beim Laufen», hieß es am anderen Ende der Leitung. Im zweiten Anlauf hat es dann doch geklappt. Simon Fischer (28) vom SV Oberreute ist einer von rund 200 Bergläufern, die am morgigen Sonntag (10.30 Uhr) den Hochgratlauf absolvieren werden. Der Oberreuter ist vor 14 Jahren erstmals am Hausberg von Oberstaufen gestartet. Wir sprachen mit ihm über seine Motivation und seine Ziele.

Viele Westallgäuer haben den Hochgrat schon als Wanderer in gemütlichem Tempo erklommen. Welchen Anreiz gibt es, diese nicht gerade einfache Strecke im Lauftempo zurückzulegen?

Simon Fischer: Es ist die Herausforderung, dass das nicht jeder schafft. Und man kann sich super hochquälen. Für mich ist das allerdings ein reiner Vorbereitungswettkampf für den Winter. So hat auch alles angefangen: Vor 14 Jahren hat uns unser Langlauftrainer angemeldet. Seitdem war ich jedes Jahr beim Hochgratlauf dabei.

Können Sie noch mitzählen, wie oft Sie den Gipfel im Training oder beim Hochgratlauf schon erklommen haben?

Fischer: Das dürften mittlerweile an die 100 Mal gewesen sein, allerdings über verschiedene Routen. Der Hochgrat ist ein gutes Trainingsgelände. Meist lauf ich zusammen mit einem Trainingspartner vom SV Oberreute. Oder wir sind eine größere Gruppe - da ist natürlich immer der Anreiz da, wer als Erster oben ist.

Wie unterscheidet sich eine solche Zielankunft am Gipfel von einem herkömmlichen Rennen auf der Ebene?

Fischer: Man ist wesentlich stärker ausgepumpt, bis zum Anschlag oder sogar drüber. Mir ist es auch schon passiert, dass es mir im Ziel schlecht geworden ist. Wenn man dann aber was getrunken hat und geduscht ist, dann geht es schon wieder. Mit Auslaufen ist am Gipfel leider nichts.

Die Strecke ist über sechs Kilometer lang, das Ziel liegt auf 1700 Metern Höhe. Welche besonderen Schwierigkeiten gibt es?

Fischer: Der Mittelteil am Wasserfall ist ein ziemlicher Scharfrichter. Das ist der schlimmste Teil. Ansonsten ist die Strecke insgesamt sehr anspruchsvoll, weil es keine flachen Stellen gibt, sondern immer bergauf geht.

Hand aufs Herz: Joggen Sie die komplette Strecke durch? Oder gibt es auch Passagen, in denen eher Gehen angesagt ist?

Fischer: Ich persönlich muss beim Wasserfall immer einen Teil gehen. Das brauche ich als Erholungsphase. Allgemein ist das die große Streitfrage unter den Läufern, ob man durchjoggen soll oder nicht.

Der Streckenrekord wurde 2002 vom Neuseeländer Jonathan Wyatt aufgestellt: 29:37 Minuten. Wo liegt Ihre Bestzeit und was rechnen Sie sich für Sonntag aus?

Fischer: Meine Zeit liegt immer um die 41 Minuten. Das ist nicht überragend, aber dafür laufe ich das konstant. Ein Riesenziel wäre es, mal unter 40 Minuten zu bleiben. Aber das wird schwierig für mich.

Haben Sie für Sonntag eine spezielle Vorbereitung absolviert?

Fischer: Eigentlich nicht. In den Tagen zuvor habe ich es etwas ruhiger angehen lassen, aber sonst habe ich nix Spezielles gemacht.

Auch nicht beim Essen?

Fischer: Nein, denn der Lauf ist relativ kurz, sodass man meiner Meinung nach keine extra Kohlenhydrate benötigt.

Welchen Tipp geben Sie Hobbyläufern, die morgen zum ersten Mal mitmachen oder die Strecke am Hochgrat einfach so einmal zum Training bewältigen wollen?

Fischer: Auf jeden Fall sollte man den Hochgrat nicht zu schnell angehen. Wie gesagt: Es gibt keine Erholungsphasen. Wenn man sich einmal übernommen hat, dann verliert man oben an Zeit. Einfach ein gemütliches Tempo durchlaufen - dann klappt es in der Regel bis zum Gipfel.

Das Rennen im Internet:

www.hochgratlauf.de

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