Agrarsubventionen
«Der Teufel steckt im Detail»

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Monika Mayer ist Biobäuerin. Sie betreibt einen Hof mit 40 Milchkühen in Altusried (Oberallgäu). Die kürzlich vorgestellten Pläne der EU-Agrarkommission zur Neuregelung der Subventionen hat sie direkt in Brüssel als eine der ersten gehört. Sie war mit dem Kreisbauernverband zu einer Informationsfahrt in die belgische Hauptstadt gereist. «Da noch vieles offen ist, mache ich mir noch nicht allzu viele Sorgen», sagt Mayer. «Schlimm würde es für uns Bauern im Allgäu erst dann, wenn die zweite Säule der Förderung nicht erhalten bleibt», erklärt sie. Denn im Allgäu werde ohnehin viel Grünland bewirtschaftet. Dies müsse auch weiterhin extra belohnt werden und dürfe nicht komplett in die Basiszahlungen verlagert werden. Reine Spekulation

«Nach der Vorstellung der Reformpläne ist bisher einfach noch vieles reine Spekulation», sagt Dr. Ludwig Merk, Leiter des Landwirtschaftsamts in Mindelheim, zuständig für das Unterallgäu. «Am Ende werden die Feinheiten entscheiden, besonders, was die Grünlandbewirtschaftung betrifft», sagt er.

Da diese im Allgäu intensiv betrieben wird, sei natürlich Potenzial da. Doch wie viel zusätzliches Geld es schließlich dafür gebe und welcher zusätzliche Aufwand nötig sei, stehe noch in den Sternen.

Was die geplanten zusätzlichen Ausgleichszahlungen für schwierige Anbaugebiete angeht, würde das Unterallgäu eher schlecht wegkommen. «Denn schwer bewirtschaftbare Flächen gibt es etwa im Oberallgäu mehr», sagt Merk.

Allgäu kommt glimpflich davon

Dass die Bauern im Allgäu definitiv weniger Geld bekommen werden, darüber ist sich Alfred Enderle, Kreisobmann des Bauernverbandes im Oberallgäu, sicher. «Ich denke jedoch, dass wir noch glimpflich davon kommen», sagt er. Die Befürchtungen des Bauernverbands seien anfangs noch größer gewesen. «Dass die Zwei-Säulen-Struktur beibehalten wird, hat uns schon einmal beruhigt», sagt er.

«Doch dass etwa die Grünlandbewirtschaftung in die Direktzahlungen mit einfließt, bereitet mir Bauchschmerzen», sagt er. Denn auch er habe, ebenso wie Mayer, die Befürchtung, dass dann die Förderung dafür aus der zweiten Säule wegfällt: «Und das würde sehr große Einbußen für das

Allgäu bedeuten». Deshalb hält er den Vorschlag aus Brüssel zwar für gut gemeint, aber doch potenziell gefährlich für die Betriebe. In Panik auszubrechen, sei jedoch nicht angebracht. Man müsse abwarten, wie die Pläne konkret ausgearbeitet werden. Denn «der Teufel steckt hier wirklich im Detail».

 

Alfred Enderle

 

Dr. Ludwig Merk

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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