Sonthofen
«Der Sonne entgegen»

Tobias Sudhoff ist nicht nur Jazzmusiker, sondern macht auch seine ganz eigene Art von Musik-Kabarett-Satire. Am heutigen Mittwoch, 7. Oktober, bestreitet er den Auftakt zum 6. Sonthofner Kabarett-Festival. Sein aktuelles Programm trägt den Titel «Flugversuche». Stefan Nowicki sprach mit Sudhoff unter anderem übers Fliegen.

Seit wann machen sie Kabarett?

Sudhoff: Ich weiß gar nicht, ob man das Kabarett nennen darf. Ich selbst bezeichne mich gerne als Diversionist. Ich mache verschiedene Sachen - und das mache ich, seitdem ich denken kann.

Ihr aktuelles Programm heißt «Flugversuche». Sind sie schon mal geflogen?

Sudhoff: Ich habe panische Angst vorm Fliegen, muss als Musiker aber häufiger fliegen.

Auch irgendwo mal rausgeflogen?

Sudhoff: Ja, natürlich regelmäßig. Das kann ich gut, besonders in Vorrunden - und früher auch mal aus der Klasse.

Flugversuche - bezieht sich das auf das Flügge werden oder eher auf das Experimentieren?

Sudhoff: Die Flugversuche beziehen sich konkret auf die Ikarusgeschichte. Sein Vater Dädalus hatte eine zweckgebundene Ansicht vom Fliegen, also um von A nach B zu kommen. Ikarus hingegen betrieb das Fliegen um des Fliegens willen und er ist ja auch recht weit, bis fast zur Sonne, gekommen. Das kann man gut auf das Leben übertragen, ob man alles überschaubar und berechenbar halten soll, also Leben ohne Risiko.

Sie machen ja nicht nur diese Art von Kabarett sondern auch Jazzmusik. Was betreiben sie mehr?

Sudhoff: Die Musik spielt schon eine große Rolle, aber wenn ich alles zusammenrechne, so ist es ein ziemlich schönes Gleichgewicht aus Text, Komposition, Musik und Kabarett.

Spielen sie mehr Vibrafon oder mehr Klavier?

Sudhoff: Mehr Klavier. Vibrafon spiele ich erst seit etwa einem Jahr, aber das macht sehr viel Spaß.

Wie ist das Verhältnis zwischen Musik und Text bei «Flugversuche»?

Sudhoff: Das ist ganz schlecht zu sagen, weil da viel ineinander übergeht. Das ist eher Kabarett aus den 50er Jahren. Meine Wurzeln liegen mehr in Italien und den Niederlanden.

Etwa in Richtung Hermann van Veen?

Sudhoff: Hermann van Veen ist ein Protagonist. Es gibt da noch eine ganze Reihe mehr. Es geht darum, Musik als untermalenden, dramatischen Effekt einzusetzen.

Sie stehen ja nicht alleine auf der Bühne. Wer begleitet sie?

Sudhoff: Mich begleitet mein guter Freund, der Bassist Klaus Benson. Er bildet auf der Bühne ein sehr schönes Gegengewicht zu mir.

Woher nehmen sie ihre Ideen?

Sudhoff: Gegenfrage: Wie kann man keine Ideen haben? Aus der Beobachtung der Welt und des Alltäglichen.

Wohin führen ihre Flugversuche? Näher an die Sonne heran?

Sudhoff: Im Bezug auf das Programm ist es ein abwechslungsreiches Auf und Ab. Im Bezug auf mein Privatleben bin ich ein glücklicher Mensch, der aber auch sehr gerne Extreme lebt.

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