Der Seppl und die Israelis

Blaichach | spe | Der typische Bayer heißt Seppl, geht in Lederhosen zur Arbeit, isst Weißwurst und Brezeln und schunkelt mit der Familie zu Volksmusik. Zugegeben, das Bild, das junge Deutsche vom Durchschnittsbayern zeichneten, war klischeebeladen und bewusst übertrieben. Deshalb sollten die zwölf Israelis, die derzeit im Jugendhaus «Elias» in Seifriedsberg zu Gast sind, das auch nicht zu ernst nehmen

Am Montag kam die Gruppe im Allgäu an. Die Begegnung mit neun deutschen Teilnehmern hat die Organisation «Pax Christi» aus Augsburg in die Wege geleitet. Noch bis Mittwoch verbringen die 18- bis 26-Jährigen gemeinsame Tage in Seifriedsberg.

Am Dienstag lernten sich die jungen Menschen in einem Workshop kennen und stellten sich gegenseitig die verschiedenen Kulturen und Religionen vor. Die Israelis präsentierten Symbole, die für die Tradition ihres Landes und ihrer Region stehen. Die deutschen Teilnehmer zeigten in einem Sketch, wie der Alltag in Deutschland aussieht.

Die Gäste aus Israel kommen fast alle aus der Region rund um Haifa im Norden des Landes. Unter ihnen sind Juden, Drusen, Muslime und Christen. Die Begegnungsreise solle vor allem die gegenseitige Verständigung und das Verständnis füreinander voranbringen, erklärt Christian Artner-Schedler von «Pax Christi». «Die verschiedenen Religionen sollen das Menschliche im Anderen sehen.» Brücken sollten gebaut werden und Feindbilder und Vorurteile abgetragen.

In den kommenden Tagen hat die Gruppe noch einiges vor: Auf dem Programm stehen ein Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau, Ausflüge nach Lindau, Oberstdorf und Sonthofen sowie Arbeitsgruppen zum Thema Israel-Deutschland.

Gegenbesuch geplant

Nicht wenige der deutschen Teilnehmer planen bald den Gegenbesuch. «Ich interessiere mich für die Kultur und möchte im Herbst nach Israel reisen», sagt Katharina Rigatos (18). Ebenso Michael Nann (19) aus Augsburg: «Am 6. September beginnt mein Freiwilligendienst in Israel und Palästina.» Er arbeitet neun Monate in einem Alten- und Pflegeheim. Mit den Gästen wurde er sofort warm: «Die sind super, total freundlich und sehr offen.»

Den jungen Menschen aus Israel gefällt es in Deutschland: «Wir sind hier, weil wir die Religionen verbinden wollen», heißt es einstimmig. Ziel sei, miteinander zu reden, um besser miteinander leben zu können.

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