Der schöne Beruf, den Glauben zu verkünden

Von Veronika Krull | Immenstadt Johannes Goldhahn ist ein ehrlicher Mensch. Als der Franke, für den im Prinzip 'südlich der Donau die Welt aufhört', vor sechs Jahren das erste Mal das Immenstädter Ortsschild passierte, hielt sich seine Begeisterung in Grenzen. Erst als seine Frau Anneliese, in Donauwörth an den Ufern der Wörnitz aufgewachsen, den Großen Alpsee erblickte, waren die Würfel gefallen. Und die vierköpfige evangelische Pfarrersfamilie fand im Städtle eine neue Heimat, die sie nicht mehr missen möchte. Am Sonntag feiert der 'Chef' der Evangelischen Kirchengemeinde seinen 60. Geburtstag.

Johannes Goldhahn wuchs in Hof mit zwei älteren Schwestern in einem Pfarrhaushalt auf. Dieses Leben prägte seinen weiteren Weg. Kurz vor dem Abi entschied er sich, Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden. Gab es eine Alternative? Goldhahn muss nicht lange überlegen: Wenn, dann hätte er was mit Holz gemacht. Immerhin hat er später mal einen Schnitz-Schnupperkurs in Oberammergau besucht. Doch seine Arbeit ließ ihm dann keine Zeit für ein größeres Hobby. Aber, sagt der Pfarrer, wenn er heute wieder über seinen künftigen Beruf entscheiden müsste, würde er die gleiche Wahl treffen.

'Das ist ein schöner Beruf', sagt Goldhahn, der unter anderem in Tübingen und Erlangen studierte. An Erlangen war übrigens seine Frau 'schuld', in die er sich schon als Pennäler verguckt hatte. Denn Anneliese ging im nahen Nürnberg zur Uni. Ohne seine Frau, sagt der Pfarrer wieder ganz ehrlich, würde ihm eine Dimension fehlen. Das Vikariat absolvierte er in Fürth, seine erste Pfarrstelle trat er in einem Dorf nahe Dinkelsbühl an. Es folgten elf Jahre in Ansbach und danach, beschloss die Familie, sollte der neue Lebensmittelpunkt mal außerhalb von Mittelfranken liegen: in Immenstadt.

Auch wenn Pfarrer Goldhahn in fünf Jahren in Rente geht, werden er und seine Frau vermutlich 'in der Nähe' bleiben. Nicht nur, weil die erwachsenen Kinder sagen: 'Zieht ja nicht wieder weg.' Sondern auch, weil das Paar hier viele Bekannt- und Freundschaften geschlossen hat. Und weil Ehefrau Anneliese, Grundschullehrerin in Immenstadt und leidenschaftliche Schwimmerin, den Großen Alpsee vermissen würde. Der Pfarrer schwingt sich dagegen lieber auf sein Mountainbike.

An seinem Beruf schätzt er vor allem, dass er den christlichen Glauben verkünden kann, wobei er nicht als Eiferer daherkommen will: 'Ich sehe mich nicht als Bäcker, der den Teig dauernd formen muss.' Im Gegenteil: Es sei wichtig, die anderen anzuerkennen, 'in ihrer Art zu denken, zu fühlen, auch zu glauben'. Die Zusammenarbeit mit der benachbarten Moschee und den Muslimen findet er gut: Gern erinnert er sich an das gemeinsame Konzert an Pfingsten vor zwei Jahren.

Denn der Kontakt zu den Menschen bedeutet ihm viel. Auch wenn der Pfarrer mit entwaffnender Ehrlichkeit sagt: 'Der Vorzeige-Seelsorger bin ich nicht', ist er stets bereit zuzuhören, auf die Menschen zuzugehen. Ganz wichtig ist Goldhahn die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, mit denen er ausnahmslos per du ist: 'Ich verstehe mich als Mitarbeiter der Gemeinde, nicht als Draufgesetzter. Als Mitarbeiter, der aber bestimmte Aufgaben und Verantwortung hat.'

Geburtstagsfeier: Am Sonntag, 6. Januar (Dreikönig), findet um 9.30 Uhr ein Gottesdienst in der Erlöserkirche statt. Danach gegen 10.30 Uhr lädt die Kirchengemeinde, alle, die Pfarrer Goldhahn

gratulieren wollen, zu einem Geburtstagsempfang ins Gemeindehaus ein.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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