Füssen
Der Rocker der Tafelrunde

Der legendäre Gitarrist Ritchie Blackmore und seine Frau, die Sängerin und Multiinstrumentalistin Candice Night, schlüpfen wieder in ihre Renaissancegewänder und präsentieren als «Blackmores Night» Mittelalterweisen auf Drehleier, Flöte und Mandoline. Am Mittwoch, 29. Juli (20 Uhr), treten sie mit Band im Festspielhaus Füssen auf. Olaf Neumann sprach mit dem 64-jährigen Blackmore über Schlösser und seine neue Lust auf Deep-Purple-Songs

Mr. Blackmore, Sie machen gerne Urlaub auf deutschen Schlössern und Burgen. Suchen Sie dabei fortwährend nach neuen Auftrittsmöglichkeiten?

Blackmore: Ich bin in meinem Leben extrem viel gereist. Daher kenne ich eine Menge Schlösser und Burgen in Deutschland. Für mich ist es eine Art Hobby, die besten zu finden. Leider haben sich nur wenige ihre Ursprünglichkeit bewahrt.

Sie leben in den USA. Dort gibt es kaum Schlösser und Burgen.

Blackmore: Das letzte Mal, als ich in Amerika solch einen Ort betrat, war, als Candy und ich heirateten - in einem Schloss am Hudson River im New Yorker Vorort Tarrytown.

Warum kaufen Sie sich von Ihren Deep Purple-Tantiemen kein Schloss in Deutschland?

Blackmore: Diesen Plan gab es tatsächlich mal. Bis ich herausfand, was ich in Deutschland an Steuern zu zahlen hätte (lacht). Die Einrichtung unseres Hauses auf Long Island in New York erinnert mit ihren vielen Wandteppichen und gotischen Türen schon an ein Schloss. Ich hasse die moderne Architektur und liebe alles, was alt und dunkel ist.

Meiden Sie deshalb Großstädte?

Blackmore: Wenn ich mal eine Stadt besuche, möchte ich meist ganz schnell wieder raus in die Natur. Bei der bevorstehenden Tournee spielen wir deshalb hauptsächlich auf dem Land. Es gibt nichts Großartigeres, als in einer schönen Sommernacht in einem Schloss oder auf einer Burg zu spielen. Wir ermutigen unsere Fans, sich genauso albern anzuziehen wie wir. Speziell für diese Leute sind stets die ersten Reihen reserviert.

Sie gelten als Perfektionist

Blackmore: Ich verlange viel, bin aber weit entfernt von einem Perfektionisten. Ein Künstler ist es seinem Publikum einfach schuldig, den bestmöglichen Sound herzustellen.

In der Vergangenheit interpretierten Sie mit Blackmores Night auch Deep-Purple-Klassiker wie «Black Night» und «Child In Time» und sogar «Smoke On The Water».

Blackmore: Wir planen nicht, diese alten Kamellen zu spielen. Wenn, dann passiert es aus einer Laune heraus. Würde das Publikum nach ihnen verlangen, hätte ich keine Lust dazu. Generell habe ich an den melodischen Sachen von Deep Purple und Rainbow immer noch Spaß.

Werden Sie jemals wieder ein Rockalbum aufnehmen?

Blackmore: Ich glaube nicht. Wenn ich heute rockige Sachen spiele, dann geschieht das immer im Kontext von Blackmores Night. Mich wieder dem Sound von Deep Purple und Rainbow zu widmen, wäre ein Schritt zurück. Ich mag es, ins 15. Jahrhundert zurückzugehen - aber nicht in die 1970er.

Karten gibt es in den Service-Centern unserer Zeitung.

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