Währung
Der Regio ist gescheitert

Der Regio Ostallgäu ist nun offiziell weitgehend Geschichte. Nur zwei Jahre hielt sich die Zweitwährung, ehe sie scheiterte. Dabei wurde der Regio mit öffentlichen Mitteln gefördert. «Wir sind deshalb mit der Entwicklung nicht zufrieden. Aber solche Projekte haben keine Erfolgsgarantie», erklärt Michaela Waldmann, Leiterin der Fachentwicklung im Landratsamt Ostallgäu. Die Reste der Infrastruktur des Regio werden vom Verein «Der Regio» aus Oberbayern übernommen, beschloss dieser bei einer außerordentlichen Versammlung.

2007 startete der Ostallgäuer Regio als erste schwäbische Regionalwährung mit großen Erwartungen. Die Parallelwährung war nur regional gültig und sollte die heimische Wirtschaft stärken. Die Gewinne sollten an Vereine fließen oder für soziale Zwecke eingesetzt werden. Die Gemeinde Irsee wollte dafür eine Bank einrichten und beantragte deshalb Fördermittel aus dem Programm zur Stärkung des ländlichen Raums. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) gewährte als Förderstelle insgesamt 4000 Euro. Damit seien Öffentlichkeitsarbeit, 20000 Wertgutscheine und andere Startinvestitionen bezahlt worden.

Das AELF bescheinigt nun in seinem Abschlussbericht, dass die Ausgaben korrekt und die Abrechnung transparent seien. «Aber die gewünschten Effekte wurden nicht erreicht», so Waldmann. Dennoch seien die Investitionen erwünscht: Solche Programme sollen nämlich innovative Ideen fördern - zumal die mögliche Wertschöpfung in der Region bliebe. Und das Geld sei nicht ganz in den Sand gesetzt, da es indirekt in den oberbayerischen Regio fließe, hofft Waldmann.

Dieser war Kooperationspartner des Regio Ostallgäu und wird jetzt dessen Reste übernehmen - derzeit ganze drei Mitglieder und Annahmestellen, berichtet Monika Herz, Geschäftsführerin «Der Regio». Zwar erklärten sich die Oberbayern bereit, die ehemals 46 Mitglieder und zehn Ausgabestellen im Ostallgäu zu übernehmen. «Doch nach der Begeisterung am Anfang scheint diese im Ostallgäu abgeklungen zu sein», so Herz.

Denn bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung habe es ein großes Desinteresse der Ostallgäuer gegeben. Deshalb soll der Regio Ostallgäu bis 2011 ruhen. «Wir wollen uns etwas Zeit lassen, bis der alte Regio dort abgewickelt ist.» So seien wohl noch Ostallgäuer Regio im Umlauf, die beim alten Vorstand abgegeben werden können.

Bis dahin soll «Der Regio», der mittlerweile den Großraum München und das südwestliche Oberbayern abdecke, enger mit dem «Chiemgauer» zusammenarbeiten, der 2009 vier Millionen Umsatz machte. Dadurch soll «Der Regio» mit derzeit 187 Annahme- und 18 Ausgabestellen gestärkt werden - auch für das Ostallgäu.

2011 könnte dann ein neuer Ostallgäuer Regio auf den Markt kommen - diesmal von einem Verein, der personell besser aufgestellt sei und ganz Südbayern abdecke, so Herz.

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