Katholische Kirche
Der neue Bischof wirkt «erfrischend, sympathisch, warmherzig»

Die Herzen der Menschen scheinen dem neuen Bischof der Diözese Augsburg, Konrad Zdarsa, zuzufliegen. Als «sympathisch», «offen», «erfrischend», «warmherzig», «gütig» beschrieben gestern von der AZ befragte Pfarrer und Laien ihren neuen Oberhirten. Sie haben aber auch große Sehnsucht, dass der 66-Jährige wieder Ruhe in die aufgewühlte Diözese bringt. Dass er den Glauben wieder in den Mittelpunkt stellt und dass dieser den Menschen hilft in der Bewältigung ihres Alltags, ihres Lebens.

Christine Rietzler etwa weiß als Leiterin des Kirchenchors Eggenthal, wie sehr die Menschen Halt brauchen in ihrem Leben. Deshalb müsse nun Ruhe einkehren ins Bistum. Sie hofft, dass der neue Bischof einen Weg für alle findet, an dem sie sich orientieren können. Für viele Menschen sei es heutzutage schwierig, überhaupt Halt und Geborgenheit zu finden.

Seelsorge wichtig

Die hohe Geistlichkeit in Augsburg habe sich in der Vergangenheit sehr weit von den Menschen und ihren Problemen entfernt. Jetzt müsse die Seelsorge wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Dabei dürfe nicht alles auf die Laien abgewälzt werden, zum Beispiel bei der Vorbereitung für die Erstkommunionen. Rietzler findet es nicht gut, wenn etwa ein Pfarrer allein sechs Pfarreien und deren Kommunionkinder betreuen müsse.

Da fehle die Zeit, die Tiefe des Glaubens zu vermitteln.

Dass Bischof Zdarsa genau daran Interesse hat, davon ist Regionaldekan Reinhold Lappat aus Buchloe überzeugt. Denn er findet es sehr positiv, dass Zdarsa tief verwurzelt ist im Glauben und Christus in den Mittelpunkt stellen wird. Bei seiner Begegnung mit dem neuen Bischof fiel dem Buchloer Stadtpfarrer zudem auf, dass Zdarsa «zuhört, sehr bodenständig ist und etwas anpacken will». «Er ist ein erfrischend normaler Mensch, der die Dinge beim Namen nennt», sagt Lappat.

Er hofft, dass es in der Diözese nun gelingt, den Weg des Neubeginns miteinander zu gehen - ganz nach dem Motto des Bischofs «Denn er (Christus) ist unser Friede.» Lappat ist bewusst, dass es dafür auch Diskussionen und Auseinandersetzungen bedarf.

Hoffen auf positive Schlagzeilen

Die auseinandergedrifteten Strömungen in der Diözese wieder zu einigen und auf einen gemeinsamen Weg zu bringen, sieht auch Robert Markthaler, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Martin in Kaufbeuren als Hauptaufgabe des neuen Bischofs an. Zudem hofft er, dass es bald wieder positive Schlagzeilen aus dem Bistum gibt. Dass wieder gesehen wird, wie viel Gutes die Menschen in den Pfarreien leisten, etwa bei der Betreuung von Kranken, Alten oder Behinderten.

Markthaler hat Zdarsa noch nicht persönlich kennengelernt. Aber aus den Interviews mit ihm im Fernsehen und in der Zeitung hat der Kaufbeurer Pfarrgemeinderatsvorsitzende den Eindruck gewonnen, dass Zdarsa ein «warmherziger und gütiger» Mensch mit einer «sehr sympathischen und offenen Ausstrahlung» ist.

Dies meint auch Antonie Melzer, Vorsitzende des Frauenbunds in Oberostendorf. Auf sie macht Zdarsa einen «ganz guten Eindruck». Er könne reden und dabei komme auch etwas rüber. Trotzdem meint Melzer, dass der neue Bischof einen schweren Stand haben wird. «Er muss sich reinknien», wenn er die Diözese wieder einen möchte. Die Oberostendorferin traut ihm dies allerdings auch zu.

 

Offen für die Anliegen der Menschen zeigte sich der neue Bischof Konrad Zdarsa bei seiner Amtseinführung am Samstag in Augsburg. Auch in Kaufbeuren und Umgebung ruhen viele Hoffnungen auf ihm. Foto: Fred Schöllhorn

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