Hergatz
Der letzte große Schritt ist gemacht

In Wohmbrechts ist der letzte große Schritt vor der Anordnung der Dorferneuerung getan: Die nach dem Flurbereinigungsgesetz vorgeschriebene Informationsveranstaltung ist gelaufen und abgehakt. Baudirektor Jürgen Wöhr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Schwaben geht davon aus, dass die Dorferneuerung noch in diesem Jahr angeordnet wird.

Rund 35 Bürger waren in die Turnhalle in Wohmbrechts gekommen, die meisten aus dem sogenannten Verfahrensgebiet, das zwischen der Straße Am Kirchberg und dem Pfarrsaal liegt. Die staunten dann erst mal nicht schlecht, als sie hörten, dass sie mit der Anordnung automatisch zur Teilnehmergemeinschaft (TG) gehören. «Ob sie wollen oder nicht», klärte Wöhr auf. Das gelte für alle Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigten aus dem Verfahrensgebiet. Wobei aktives Mitarbeiten jedem selbst überlassen ist. An Aufgaben zählte er einiges auf. So ist als erstes ein Vorstand zu wählen, dem auch ein Vertreter der Gemeinde angehört. Vorsitzender ist ein Beamter des ALE.

Die TG hat in Abstimmung mit Gemeinderat und Bürgern Objektpläne in Auftrag zu geben und ist beim Tiefbau, also Straßen und Plätzen, auch Träger der Baumaßnahmen (beim Hochbau ist die Gemeinde Bauträger). Angesichts der etwas besorgten Gesichter meinte Wöhr, die Teilnehmer bräuchten keine Angst zu haben: «Die TG beschließt, die Arbeit macht der Vorsitzende.»

Wichtig für das Gelingen der Dorferneuerung sei eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand der TG und dem Gemeinderat. Maßnahmen könnten nur umgesetzt werden, wenn beide zustimmen. Da es sich um bebautes Gebiet handle, werde es keine Grenzänderungen ohne Einwilligung der Eigentümer geben.

Zur Frage, was Anlieger zahlen müssen, wenn die Straße Am Kirchberg ausgebaut wird, sagte Wöhr: «Es gibt keine Umlagen, weil Hergatz keine Straßenausbaubeitragssatzung hat.» Er zerstreute auch Befürchtungen zu finanziellen Risiken der TG als Bauträger. Finanziert würden sämtliche Maßnahmen über die Gemeinde und Fördermittel vom Freistaat (bei Tiefbaumaßnahmen rund 50 Prozent).

Udo Kienzle vom Architektenbüro Kienzle Vögele Blasberg in Friedrichshafen stellte den Vorentwurf vor. Der basiert auf der Arbeit der mit der Dorferneuerung befassten Arbeitskreise und sieht zahlreiche Maßnahmen vor. Was Stoff für Diskussionen gab. Sauer über die an die Wand geworfenen Pläne war Georg Hofer. «Sie können da doch nicht einfach etwas reinzeichnen, ohne mich zu fragen», meinte er zu zwei Häusern, die plötzlich auf seinem Grund und Boden standen.

Eine Bürgerin gab zu bedenken, dass es wenig Sinn mache, den Bereich um den alten Pfarrhof zu überplanen, solange die Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes nicht festgelegt ist. Planer Kienzle gab ihr recht. Das sollte möglichst schnell geklärt werden. Er machte auch klar, dass es eigentliches Ziel von Dorferneuerungen ist, ortsprägende Gebäude zu erhalten. Ein zarter Hinweis an alle, die den Pfarrhof am liebsten weg hätten.

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