Kaufbeuren
Der Langstreckenmann unter den Fußballern

Für eine gute Abiturnote ist jede Menge Einsatz und Disziplin von Nöten. So auch bei Emanuel Richter. Der 18-jährige Gymnasiast folgt dabei dem Wahlspruch des römischen Dichters Juvenal «Mens sana in corpore sano» (Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper). Für seine Facharbeit im Leistungskurs Sport am Jakob-Brucker-Gymnasium untersucht Richter an einem Selbstversuch, wie fit man sich innerhalb eines halben Jahres für einen Marathon machen kann.

«Die Idee hatte ich schon länger, war mir aber nicht sicher, ob das als Facharbeitsthema möglich ist», sagt der Kollegiat. Leistungskurs-Leiter Wolfgang Zenkner gab aber schnell grünes Licht. Im März lief die Planung an. «Ich habe mir von einem Sportwissenschaftler, basierend auf den Ergebnissen eines Laktattests, einen individuellen Trainingsplan erstellen lassen», erzählt Richter, der seit Ende April in der intensiven Vorbereitung auf das große Ziel ist: Der Drei-Länder-Marathon am 4. Oktober am Bodensee.

Allerdings geht Richter nicht als Leistungssport-Novize in sein Vorhaben. Als rechter Verteidiger hat er mit den A-Junioren der SpVgg Kaufbeuren gerade den Aufstieg in die Landesliga gefeiert. «Der Fußball ist als Gegensatz zu den manchmal monotonen Laufeinheiten eine willkommene Abwechslung.

Allerdings ist die körperliche Belastung schon sehr hoch», so Richter. Dreimal die Woche steht Lauftraining auf dem Programm, viermal steht der Schüler auf dem Fußballplatz.

Im Zentrum des Trainingsplans steht die Vorgabe, eine bestimmte Zeit in einem definierten Pulsbereich zu laufen. Mittlerweile kennt Richter so ziemlich alle Laufstrecken rund um Kaufbeuren: «Der Trimm-dich-Pfad ist meine Hausstrecke, aber ich war schon in alle Himmelsrichtungen unterwegs.» Von erheblicher Bedeutung sind neben der reinen Fitness und Athletik jedoch auch die Ausrüstung und die richtige Ernährung. «Besonders das Schuhwerk ist ganz entscheidend», so der Kaufbeurer, der gerade sein erstes Paar Laufschuhe verschlissen hat.

Auch die Zufuhr von Flüssigkeit und ein angemessener Speiseplan machen die Plackerei effektiver: «Mein Körperfett war schon in einem guten Bereich, aber ich versuche, mich kalorienarm und kohlenhydratreich zu ernähren.»

Obwohl seit Jahren Mannschaftssportler, hat Richter auf seinen einsamen Kilometern bisher kaum Motivationsprobleme zu beklagen: «Manchmal kommt es schon vor, dass ich keine Lust habe zu laufen. Aber wenn ich dann unterwegs bin, genieße ich es und bekomme den Kopf frei.»

Beim Kaufbeurer Stadtlauf Ende Juni hatte Richter erstmals unter Wettkampfbedingungen eine Standortbestimmung. Den achten Platz in der Gesamtwertung bezeichnet er selbst, der die Jugendwertung gewann, als «respektabel».

Während bei seinen Klassenkameraden nun entspannte Sommerferien anstehen, hat Richter in den nächsten Wochen viel vor. «Die Vorbereitung auf die Landesliga hat begonnen, und bald beginnt die heiße Vorbereitungsphase für den Marathon», so Richter. Ende August steht dann noch ein Halbmarathon auf dem Programm.

Das Ziel für die volle Distanz von 42,195 Kilometern hat Richter schon festgelegt: «Auf jeden Fall unter vier Stunden. 3:30 Stunden sind machbar, aber sehr ambitioniert.»

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