Jubiläum
Der Klassik-Maestro Dr. Franz Tröger lockt seit Jahrzehnten Stars nach Kempten

Der Begriff «Meisterkonzert» hat in Kempten einen besonderen Klang. Hier bereiten den Klassik-Freunden Stars wie der Cellist Heinrich Schiff, die Geigerin Midori, der Pianist Till Fellner oder die Klarinettistin Sharon Kam höchste Musikgenüsse. Welch andere Stadt vergleichbarer Größe kann Ähnliches vorweisen?

Dieser Glücksfall trägt einen Namen: Dr. Franz Tröger. Der kleine, energiegeladene Mann ist es, der dank seiner guten Kontakte und seiner Freundschaften in die einschlägige Szene immer wieder hochkarätige Künstler nach Kempten holen kann.

Seit rund 40 Jahren ist er unermüdlich am Werk, früher für die Theatergemeinde, jetzt für das Theater in Kempten. Und wird es wohl weiter sein - auch wenn er nun 75 Jahre alt geworden ist. Mit Ruhestand im herkömmlichen Sinn hat Tröger nichts am Hut.

Statt sich zufrieden zurückzulehnen und Rückschau zu halten, drehen sich die Gedanken des Veranstaltungs-Maestros lieber um Zukunfts-Projekte. Mit ebenso großer Hartnäckigkeit wie die Meisterkonzerte verfolgt er die Klavier-Reihe «Solopiano» und vor allem sein Festival «Fürstensaal Classix».

Vor fünf Jahren hat er dieses Kammermusikfestival aus dem Boden gestampft. Wie immer mit viel Herzblut - und teilweise aus dem eigenen Geldbeutel finanziert. Für seine Leidenschaft ist Tröger kaum etwas zu kostspielig. Dazu gehört auch, dass er die Musiker bei sich in der Wohnung in der Stadtmitte bewirtet und proben lässt.

Faible auch fürs Zeitgenössische

Fürstensaal Classix hat es innerhalb weniger Jahre zu hohem Ansehen gebracht. Nicht nur angesichts der feinen Musik, die geboten wird, sondern auch wegen der ausgefeilten Programmatik.

Zusammen mit dem Münchner Pianisten Oliver Triendl präsentiert Tröger selten zu hörende Kammermusik. Besonders wichtig ist ihnen dabei , dass neben dem Klassisch-Romantischem die Moderne und das Zeitgenössische gepflegt werden. Das lockt naturgemäß keine Zuschauermassen. Aber darum ist es Tröger nie gegangen. Ihn interessiert in erster Linie die Qualität. Dafür hat er ein geschultes Gehör, eine feine Nase - und eben beste Beziehungen.

Damit ist Franz Tröger in gewisser Weise auch ein Musikerzieher. Er mutet dem Publikum Neues, bisweilen Unerhörtes zu. In einer Stadt wie Kempten macht man sich damit nicht nur Freunde. Tröger hat deswegen auch immer kämpfen müssen. Was ihm freilich nicht sonderlich schwer fällt.

Mit Verve und rhetorischem Geschick vertritt dieser intellektuelle und gleichzeitig leutselige Städter seine Überzeugungen, findet klare, manchmal überdeutliche Worte, geht selten einem Streit aus dem Weg. Das Alter hat ihn nur wenig milder werden lassen.

Menschen wie ihn braucht eine Stadt wie Kempten. Und sie muss sich glücklich schätzen, dass solch ein Umtriebiger exquisite Musik in die Säle bringt. Franz Trögers Gesundheit möge zulassen, dass das noch lange so bleibt.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen