Interview
Der irische Pop-Barde Chris de Burgh (62) hat eine rege Fantasie - Am Donnerstag singt er in der Big Box

Christopher John Davison ist auf Tournee. Wer bitte? Ja, mit bürgerlichen Namen kennen ihn die wenigsten, aber als Chris de Burgh ist er berühmt. Im Rahmen seiner «Moonfleet-Tour» ist der irische Sänger und Komponist am Donnerstag, 15. September, auch in der Big Box Allgäu in Kempten zu Gast. Zu seinen größten Hit zählen «The Lady In Red», «Dont Pay The Ferryman» oder «High On Emotion». Insgesamt verkauften sich seine 16 Studio-Alben über 45 Millionen mal. Florian Römer hat sich mit dem Musiker unterhalten.

Mr. de Burgh, Sie sind sehr oft in Deutschland

de Burgh: Das stimmt. Mit diesem Land verbindet mich seit mehr als 30 Jahren eine Liebesgeschichte. Ich mag Deutschland. Und die Fans hier sind unglaublich liebenswert.

Das sagen Künstler doch aber in jedem Land, in dem sie gerade sind.

de Burgh: Mag sein, aber ich meine es wirklich so. Besonders fasziniert mich die deutsche Geschichte, ich liebe die deutsche Kultur, die Architektur und das deutsche Essen, Bier, Wein.

Wohr nehmen Sie die Einfälle für Ihre Lieder?

de Burgh: Fantasie! Ich habe ein sehr ausgeprägtes Vorstellungsvermögen. Ich kann über jedes beliebige Thema Geschichten erfinden, beispielsweise über diesen Raum. Ich stelle mir dann vor, wer hier vor uns gewesen sein könnte, was er hier zu tun hatte, was ihn bewegt haben könnte - und schon entspinnt sich die schönste Geschichte. Wobei ich am liebsten die Geschichten mag, die mich in die Vergangenheit katapultieren.

Sie gelten dank << Lady in Red >> als Schmusesänger. Stört Sie das??

de Burgh: Es irritiert mich manchmal. Dennoch ich bin sehr dankbar, dass es mir vergönnt war, so einen großen Song zu schreiben.

Gibt es Künstler, die Sie bewundern?

de Burgh: Natürlich die Beatles. Bob Dylan, Peter Gabriel, Genesis.

Wollten Sie immer schon Musiker werden?

de Burgh: Ich hatte keinen Kindheitstraum. In meinem Elternhaus gab es keine Musik. Niemand hat sich Musik angehört. Ich hab erst mit etwa zwölf Jahren die Musik für mich entdeckt, in der Schule.

Wenn eins ihrer Kinder in ihre Fußstapfen treten wollte, würden Sie abraten?

de Burgh: Nein, warum auch? Jeder muss das ausprobieren, was er für den richtigen Weg hält. Ich könnte Sie höchstens vorbereiten auf die Gefahren, die das Business mit sich bringt. Man braucht Stehvermögen. Wenn man einen Rückschlag erleidet, muss man sich berappeln. Wie ein Boxer, der zu Boden gegangen ist.

Sie haben mal geboxt?

de Burgh: Als ich noch jung war, meine lädierte Nase erinnert mich noch heute daran.

Wovor haben Sie Angst?

de Burgh: Ich glaube, jeder fürchtet sich vor dem Sterben. Und ich habe Angst, alt und krank zu werden. Aber ich liebe es, am Leben zu sein. Es ist wunderbar.

Denken Sie über den Tod nach?

de Burgh: Gelegentlich. Entweder wird das ein großes, fantastisches Abenteuer - oder nichts.

Nichts ist schwer vorstellbar.

de Burgh: Finde ich gar nicht. Denken sie an das Jahr, bevor Sie geboren wurden. Sie waren nichts. Das ist das nichts, zu dem wir vielleicht auch wieder werden.

Gibt es ein Ereignis, das ihr Leben verändert hat?

de Burgh: Vielleicht die Geburt meiner Tochter.

Rosanna, die später Miss World wurde?

de Burgh: Das war ein sehr bewegender Moment für mich. Obwohl sich meine Familie nie für Schönheitswettbewerbe interessiert hat. Interview: Florian Römer

Karten für das Konzert von Chris de Burgh am Donnerstag, 15. September (20 Uhr), in der Big Box in Kempten in den Service-Centern unserer Zeitung.

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