Kempten / Oberallgäu
«Der Heilige Geist steckt an zum gemeinsamen Glauben»

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«An Pfingsten um die dritte Stunde erhob mit Brausen sich ein Wind»: So beginnt ein Kirchenlied, das an Pfingsten in vielen Gotteshäusern erklingt und die Stunde beschreibt, in der nach der Apostelgeschichte der Heilige Geist auf die Jünger herabkam. Dass die Idee eines Heiligen Geistes schwer zu fassen ist, finden nicht nur 14- bis 16-jährige Firmlinge. Jugendseelsorger Klaus Hellmich bestätigt, dass es auch einem katholischen Theologen nicht unbedingt leicht fällt, den Heiligen Geist begreiflich zu machen.

Die 14-jährige Sandra R. aus Dietmannsried, die im Juli die Firmung empfängt, räumt ein, dass sie anfangs nicht so recht wusste, was sie sich unter dem Heiligen Geist vorstellen sollte. Durch die Gottesdienste und Firmvespern als Vorbereitung zum Sakrament aber meint sie, dass sie durch den Geist zu einer Nähe zu Gott finden könne. Natürlich freut sie sich auch auf die weltlichen Begleitumstände zum Fest: Eine Firmpatin hat sie sich selbst rausgesucht, sie hofft auf ein schönes Geschenk und vor dem großen Tag will sie unbedingt noch Kleider kaufen gehen.

Tradition bestimmt nach den Erfahrungen von Jugendseelsorger Klaus Hellmich noch heute die Firmung: Der Ausflug des Paten mit dem Kind sei häufiger Bestandteil der Feier und auch Schmuck werde gerne geschenkt. Komplizierter als die weltlichen Aspekte sind die spirituellen. Der Theologe zieht einen eingängigen Vergleich: «Zur Fußballweltmeisterschaft verbindet ein gemeinsamer Geist, ein gemeinsames Fieber viele Menschen. Arm und Reich, ohne alle Klassenunterschiede, werden von der Fußballbegeisterung angesteckt. So bringt der Heilige Geist auch Menschen zusammen für ein gemeinsames Ziel, begeistert sie für den Glauben an Gott und die Kirche.»

Firmung, so Hellmich, kommt vom lateinischen firmare, was «stärken» bedeutet. Das hat der zwölfjährige Tobias Klement, Ministrant aus Kempten, verstanden: «Der Heilige Geist stärkt mich im Glauben.» Die Vorbereitungstreffen auf das Sakrament mit heuer etwa 370 Firmlingen im Dekanat Kempten hat ihm nicht nur das Wesen von Pfingsten näher gebracht. Es sei auch lustig gewesen, mit vielen Freunden zusammen zu sein.

Der Empfang der Firmung ist freiwillig, manche lehnen ihn ab, wie ein 14-jährige Kemptener, der getauft ist und auch zur Erstkommunion ging: «Ich habe mit der Kirche nichts mehr am Hut. Das Thema katholische Religion, Bibel und so weiter interessiert mich im Moment einfach nicht. Vielleicht wird es später ja wieder anders.

» Pfarrer Hellmich findet das mutig: «Niemand wird deswegen dumm angesehen. Es ist besser zu warten, bis man wirklich Ja zur Kirche sagen kann.» Die elfjährige Magdalena Bihler hat damit keine Probleme: «Ich freue mich, ganz zur Gemeinde dazuzugehören und von der Kirchengemeinde beachtet zu werden.» (ell)

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