Sonthofen / Immenstadt
«Der Heilige Geist mag es bunt»

Ein buntes Netz haben die Besucher des ökumenischen Gottesdienstes am Kalvarienberg in Sonthofen zu Pfingsten geknüpft. Der evangelische Pfarrer Wolfram Henning war sich sicher: «Der Heilige Geist mag es bunt - sonst hätte er nicht so viele unterschiedliche Menschen zusammengebracht».

Nicht nur bunt sei das Netz, es sei auch gewachsen, erklärte er in seiner Predigt. Das erinnere daran, dass auch die Kirche, die Gemeinschaft der Christen, gewachsen sei. «Wir nennen Pfingsten ja auch Geburtstag der Kirche.» Das Netz sei offen dafür, dass Menschen an ihm anknüpfen. Henning: «Ich wünsche uns in unseren Gemeinden diese Offenheit für neue, vielleicht ganz unerwartet andere Menschen.» Das Netz symbolisiere auch Verbundenheit: «Wir sind verbunden durch den einen Geist Gottes, der uns heute an Pfingsten zusammenführt. Wir sind verbunden durch den Glauben an Jesus Christus. Wer zu diesem besonderen Netz gehört, der ist auch selbst berufen, verbindend, verbindlich zu leben.» Nicht nur Glaube, auch Liebe verbinde die Menschen, so der Pfarrer. «Der Apostel Paulus scheibt einmal: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

» Wo wir lieblos miteinander umgehen, da widersprächen wir dem Sinn dieses Netzes, erklärte Henning. Und dann könne es sein, dass Menschen dieses Netz eben nicht als offen und in guter Weise verbindend wahrnehmen, sondern als verschlossen und abweisend. «Als Kirche Jesu Christi sind wir berufen, ein Verbundnetz des guten, ja liebevollen Miteinanders zu bilden, auch über die Konfessionsgrenzen hinweg.»

Der Immenstädter Stadtpfarrer Anton Siegel sprach in seiner Predigt über Frieden und Versöhnung. «In der Kraft des Heiligen Geistes sollen die Jünger Sünden vergeben, Versöhnung schaffen, Frieden stiften.» Überall, im Kleinen wie im Großen, erlebten wir Missverständnisse, Unfrieden, Streit, Hass, Krieg. Darum bat der katholische Pfarrer: «Komm, Heiliger Geist! Lass Pfingsten werden! Wirke in unserer Zeit, in unserer Welt, in unserer Kirche!».

Trotz unterschiedlicher Sprachen sei Verständigung und Gemeinschaft unter den Menschen möglich. Siegel erzählte, dass er dies selbst sehr beeindruckend in Taizé erlebt habe. Trotz der vielen Sprachen, die da aufeinandertrafen, konnte man sich verständigen. «Alle hatten wir das Gefühl, dass wir uns verstehen, wussten uns als eine große Gemeinschaft». Die Gemeinschaft sei begründet worden im gemeinsamen Anliegen, durch die Offenheit für den christlichen Glauben. Aber Menschen der gleichen Sprache verstünden sich oft nicht - Eltern und ihre heranwachsenden Kinder, Menschen in einer Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, Menschen in Vereinen und auch in Pfarrgemeinden redeten aneinander vorbei.

Siegel: «Und in unserem Bistum gab es in den letzten Monaten viel einander nicht verstehen, viel Durcheinander, viel Hass, Streit und Schuld. Auch unsere Kirche spricht oft eine Sprache, die von den Menschen heute nicht verstanden wird.» Hier, so der Pfarrer, müsse Gottes Geist kommen und wirken. Hier solle der Heilige Geist Versöhnung stiften und Frieden schaffen. Da müsse Pfingsten werden. Und Siegel betete: «Komm, Heiliger Geist, schaffe Frieden. Komm, Heiliger Geist, und überwinde Gräben und Barrieren. Jesus, sprich auch zu uns, zu uns in unserem Bistum, dein wirkmächtiges Wort: Der Friede sei mit euch!»

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