Durach / Keevil
Der Geier ist wieder im Allgäu gelandet

Seit Tagen sorgt ein gelbes Flugzeug für Furore auf dem Flugplatz in Durach. Vor über 50 Jahren schraubte sich der Hochleistungssegler «Geier 1» erstmals in den Oberallgäuer Himmel. Fünf Jahre saßen Allgäuer Piloten im Cockpit, ehe der Segler verkauft wurde. Erwin Seibold aus Kempten fand den Flieger im englischen Keevil und kaufte ihn per Handschlag zurück. Damit erfüllte er dem Nesselwanger Josef Allgeier einen Herzenswunsch. Der 86-Jährige hatte das Flugzeug 1950 konstruiert und freute sich riesig über die Rückkehr.

Allgeier ist ein typischer Allgäuer Mächeler, der in seiner Schreinerwerkstatt in Wank bei Nesselwang an einem Flugzeug tüftelte. In Fliegerkreisen gilt er als der einzige Allgäuer Segelflugkonstrukteur seiner Zeit. Von der Geier 1 wurden fünf Exemplare gebaut, ist er sich sicher.

Die Geier 1 wurde 1951 als Bausatz nach Durach geliefert. Rund zwei Jahre bauten die Mitglieder der Luftsportgruppe an dem Segler, ehe er erstmals mit der Winde hochgezogen wurde. Fritz Englisch und Franz Lausmann erinnern sich noch: «Das waren herrlich Flüge über dem Grünten.»

Der Kemptener Erwin Seibold machte sich nun auf die Suche nach Exemplaren der Geier-Serie. Mit seinem Enkel David Kunkel wurde er auf einem ehemaligen Flugfeld der Britischen Luftwaffe zwischen Bath und Stonehenge fündig. Das Typenschild war eindeutig: Baumuster Geier 1, Werk Nr. 3/4. Rick Fretwell hatte die Maschine 2001 gekauft und wollte damit über Südengland kreisen. Doch mit seinen zwei Metern Körpergröße passte er nicht ins Cockpit.

Mit einem Spezialauflieger der Spedition Lebert aus Kempten wurde der Segler ins Oberallgäu gebracht. Für Josef Allgeier und seine Frau Sina war es ein bewegendes Wiedersehen nach über 50 Jahren. Sohn Max, der das Unternehmen in Wank führt, hatte die Aktion finanziell unterstützt. Das Luftamt Süd untersucht derzeit die Flugeigenschaften. «Wir rechnen mit einer Zulassung vom Bundesamt in Braunschweig», gibt sich Seibold sicher.

Wenn es nach ihm geht, kann der Geier schon bald wieder über Durach kreisen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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