Allgäu
Der etwas andere Kurzurlaub

Die Sonne scheint, am strahlend blauen Himmel ist keine Wolke zu sehen und warme Temperaturen locken ins Freie. Schüler genießen ihre Sommerferien im Freibad oder am Baggersee, während der Papa im Büro schwitzt und sich sehnlichst den bald beginnenden Familienurlaub herbeiwünscht. Die Oma schimpft derweil über die anstrengende Hitze und lässt zuhause die Rollos tagelang geschlossen. Jede Generation erlebt den Sommer anders, verknüpft damit unterschiedliche Emotionen und Erwartungen. In einer losen Serie stellt die BZ verschiedene Menschen vor und beschreibt, wie sie den Sommer 2009 erleben - nützliche Informationen inklusive. <%img align='right' alt='' id='351921'%>

Buchloe Es ist heiß, staubig und überfüllt. Tausende von Zelten und Campingbusse stehen auf der Wiese dicht an dicht. Gegessen wird, was der Konserven-Vorrat so hergibt und der Campingkocher ermöglicht. Die morgendliche Dusch-Orgie wird durch eine Katzenwäsche ersetzt. Und warum das alles? Um sich am Ende des Tages bis spät in die Nacht mit zehntausenden Gleichgesinnten vor eine Bühne zu drängen und sich von ohrenbetäubender Musik beschallen zu lassen. Nein, mit Sommer-Erholung hat das wenig zu tun, würden wohl viele ältere Menschen nun sagen. Doch über Geschmack lässt sich ja bekanntlich steiten. «Ausspannen können wir wieder zu Hause», meint auch Franziska Aigner (19) aus Jengen.

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Gemeinsam mit ihrer Freundin Elisabeth Mayr (20) aus Waal und rund 25000 anderen, hauptsächlich jugendlichen Festival-Besuchern feierte sie am vergangenen Wochenende drei Tage lang den Chiemsee Reggea Summer.

Peter Fox und Jan Delay

70 Euro ließen sich die beiden Gymnasiastinnen den Spaß kosten. Zugfahrt, Zeltplatzgebühr und Musik von Stars wie dem Hamburger Hip-Hop-Sänger Jan Delay oder dem Berliner Reggea-Künstler Peter Fox inklusive. Für sein Geld, betont Elisabeth, bekomme man «einen Haufen» geboten. «Dazu kamen noch rund 40 Euro für Verpflegung», erzählt Franziska. Investiert in Getränke und Fünf-Minuten-Terrinen. Spartanisch würde es manch einer bezeichnen, «Kurzurlaub» nennt es Franziska. Von den drei Tagen ist sie vollauf begeistert: «Man muss nicht weit fahren, bekommt tolle Künstler geboten und trifft viele junge Menschen.

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» Ein Konzept, das bei der jungen Generation zu ziehen scheint. Jährlich pilgern in Deutschland während der warmen Monate hundertausende Jugendliche zu zahlreichen Rock-, Reggea-, Hip-Hop- oder ähnlichen Festivals im In- und Ausland. Den Auftakt zum Konzert-Sommer bilden Ende Mai traditionell die Doppel-Veranstaltung Rock im Park (Nürnberg) und Rock am Ring (Nürburgring), zu der in diesem Jahr neben unzähligen Superstars der internationalen Musikbranche insgesamt auch wieder rund 150000 Besucher kamen.

Dabei liege der Reiz eines Festivals nicht unbedingt und ausschließlich bei bei der Musik, erklären Anita Pauli (18) und Kathrin Riedel (18). Vielmehr gehe es um Zusammenhalt und die Freundschaft unter den Besuchern. Parallel zu ihren Freundinnen Elisabeth und Franziska besuchten die beiden am vergangenen Wochenende das Dockville-Festival in Hamburg.

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Kostenpunkt: 65 Euro für 40 Bands, eine Kunstausstellung und den Zeltplatz. Dort teilten sich die beiden Freundinnen drei Tage lang ein «Ein-Frau-Zelt».

Zu hören gab es für die 12000 Besucher von Reggea über Elektro bis hin zu Punk-Rock nahezu die komplette musikalische Bandbreite. Dass die Musiker mehrheitlich für die breite Masse eher unbekannt waren, stört Anita genauso wenig, wie die einfache Unterbringung.

«Man muss dort nicht jeden Tag top gestylt durch die Gegend laufen», meint die Auszubildende zur Erzieherin. Trotzdem freue man sich nach so einem Wochenende schon wieder auf die eigene Dusche - und sein Bett.

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