Oberallgäu
Der erste Schultag

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Darauf warten am Dienstag gespannt viele Abc-Schützen: Ihr erster Schultag ist ein wichtiger Tag. In der Schultüte befinden sich viele schöne Überraschungen. Und wenn die Schule aus ist, gibt es jede Menge neuer Eindrücke zu berichten. Nicht immer war es so wie heute. Die Großeltern haben das ganz anders in Erinnerung. Das Allgäuer Anzeigeblatt hörte sich um.

Josefa Buhl (81), Sonthofen: Bei mir zu Hause war der erste Schultag nichts Besonderes. Ich war das vierte Kind in unserer Familie, das in die Schule kam. Wir gingen in eine kleine Dorfschule, in der sieben Klassen zusammen unterrichtet wurden. Außer mir waren noch drei andere Erstklässler da. Eine Schultüte gab es noch nicht. Wenigstens besaß ich den alten Schulranzen von meinem Bruder. Meine Schwester hatte ein paar Jahre später an ihrem ersten Schultag noch keinen Ranzen. Ihre Schulsachen brachte sie in einer Papiertüte mit.

Max Berktold (74), Oberstdorf: Ich hatte immer einen langen Fußmarsch von mehr als drei Kilometern zur Schule zu bewältigen. Darum weiß ich noch, dass meine Mutter mich damals am ersten Tag begleitet hat. Wir waren etwas spät dran gewesen, und ich musste deshalb in der zweiten Reihe sitzen.

Auf einmal breitete sich ein fürchterlicher Gestank aus. Wie sich später herausstellte, hatte ein Bub drei Sitzreihen weiter hinten in die Hosen gemacht. Solche Erlebnisse vergisst man nicht so schnell. Erika Kariger (72), Rauhenzell: Ich bin in Memmingen zur Schule gegangen. Wenn ich mich recht erinnere, hat mich an meinem ersten Schultag die Mutter begleitet. Mein Vater war im Krieg. Ich weiß noch, dass ich eine Schürze und Ärmelschoner anhatte, was zu der Zeit eigentlich üblich war. Auf die Schule habe ich mich nicht sehr gefreut; da war eher ein mulmiges Gefühl. Es lag wahrscheinlich daran, dass man bei uns immer gesagt hat: «Warte nur, bis du in die Schule kommst, dann weht ein anderer Wind!»

Kaspar Martin (81), Sonthofen-Tiefenbach:

Der erste Schultag war bei uns keine besondere Angelegenheit. Eine Schultüte gab es überhaupt nicht. Ich hatte einen alten gebrauchten Schulranzen. Nicht mal Fotos wurden damals gemacht. Meine Tante hatte mich auf dem Schulweg begleitet. Ich weiß noch, dass sie besorgt um mich war. Sie hat deswegen eine meiner Mitschülerinnen gebeten, ein bisschen auf mich aufzupassen. Später ist aus dieser Mitschülerin meine Schwägerin geworden.

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