Wangen
Der Dialekt der Egerländer

Ernst Hutter möchte die Menschen anstecken. Der Chef der berühmten Egerländer Musikanten ist in Sachen Musik ein Missionar - auch wenn er dieses Wort eigentlich nicht so gern verwendet. In seiner Heimat Wangen (Hutter lebt im Ortsteil Neuravensburg) will er am 3. Oktober zum zweiten Mal mit einem «Wangener Blasmusiktag» Zuhörer und aktive Musikanten in Begeisterung versetzen. Die fulminante Erstauflage im vergangenen Herbst war ihm Ansporn. Hauptakteure des Ereignisses sind ein Projektorchester von Musikern aller Wangener Kapellen und die Egerländer Musikanten - jeweils unter Leitung von Ernst Hutter.

Im Herbst 2008 startete Hutter mit seinen Egerländern die «Ohne-Grenzen»-Tournee in Wangen, die sie inzwischen quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt hat. Die Tournee ist so erfolgreich, dass sie um neun Monate verlängert wurde. Auch der diesjährige Wangener Blasmusiktag hält eine Premiere bereit. Anlässlich des 10. Todestages von Ernst Mosch, dem «Vater» der Egerländer Musikanten, wird das Programm mit dem Titel «Memory Ernst Mosch» auf den legendären Gründer zugeschnitten. 80 Prozent der Musiker im bestehenden Orchester haben schon unter Ernst Mosch gespielt.

Noch vor den legendären Egerländern tritt am 3. Oktober ein Orchester von rund 30 Wangener Musikerinnen und Musikern aus den insgesamt elf Kapellen der Stadt und ihrer Ortschaften auf die Bühne. Bei vier intensiven Proben vermittelt ihnen Ernst Hutter, wie die Egerländer Musik machen. Wer bisher nur konzertant-sinfonische oder einfache Unterhaltungsmusik gespielt hat, «muss unsere Sprache lernen», sagt Hutter. Denn die Egerländer hätten ihren eigenen Dialekt. Die Stärke der Kapelle liege darin, «dass wir die Menschen spüren lassen, wie viel Spaß es macht, aus heißer Luft Musik zu machen».

Die Erfahrung des Vorjahres zeigt, dass auch die Wangener Musiker dazu durchaus imstande sind. Ernst Hutter, der deutschlandweit Workshops leitet und auch bei der SWR-Big Band spielt, lobt denn auch den guten Ausbildungsstand und die Begeisterungsfähigkeit der motivierten Laienmusiker. «Alles, was mit Musik zu tun hat, verbindet», formuliert der im Westallgäu geborene Hutter und ergänzt: «Aber man muss etwas dazu tun».

Der 51-Jährige gibt mit dem Blasmusiktag ein gutes Beispiel dafür - und hat eine Menge Ideen, was sich daraus noch entwickeln könnte.

Eine Zusammenarbeit mit den Musikschulen etwa, dem Jazz Point Wangen oder sogar der SWR-Big Band könnte sich Hutter gut vorstellen - «vielleicht ein Cross-Over-Projekt mit Fortbildungsveranstaltungen, bei denen die Musiker unserer Kapellen noch ganz andere Impulse erfahren», so seine Vison.

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