Der Container wird zum Klassenzimmer

Lindenberg | ver | Unterricht im Container: Das ist keine neue Idee eines Fernsehsenders, sondern Realität an der Lindenberger Realschule. Aufgrund der Raumnot sind dort drei Klassen seit September in Fertigbauten untergebracht. Größere Schwierigkeiten bereitet diese Lösung laut Schulleiter Anton Hartmann auch jetzt im Winter nicht, als Dauerlösung kämen die Bungalows aber keinesfalls in Frage.

Derzeit besuchen 820 Schüler in 28 Klassen die Schule, das Gebäude bietet aber nur 25 Klassen Platz, drei mussten also in den Container. Diese Klassen wechseln nur bei Fächern wie Physik oder Chemie ins Schulhaus, um die Fachräume zu nutzen.

Die Container sind mit Tafeln, Tischen, Unterrichtsgeräten und Stellwänden ausgestattet - 'von den pädagogischen Erfordernissen her ist alles abgedeckt'. Anfangs hätten die Eltern von Schülern einer betroffenen zehnten Klasse mit Protest reagiert, so Hartmann. Ein Beschwerdepunkt sei gewesen, dass es in den Räumen zu kalt sei. Nun sorgen laut Hartmann nachträglich eingebaute Türschließer dafür, dass die Türen automatisch zugehen und so weniger Kälte in den Raum eindringen kann. Zudem habe man die Räume mit einer Elektroheizung versehen. Der Unterricht in den Containern laufe normal ab, auch wenn ab und an noch kleinere Probleme gelöst werden müssen.

So begegnet man der schlechten Luft in den Containern mit Stoßlüften. Kritisiert hätten die Eltern auch, dass in den Containern wegen der glatten Wände ein hoher Geräuschpegel herrsche. Um Abhilfe zu schaffen, wurden Stellwände aufgebaut. Mit dem Winter zeigt sich laut Hartmann ein anderes Problem: Bodenkälte. Man werde daher Wärmematten und Linoleum auf dem Fußboden auslegen.

Hoffen auf Anbau

Ansonsten seien keine Vorkehrungen für die kalte Jahreszeit nötig. 'Es sei denn, es setzt ein riesiger Schneedruck ein wie vor zwei Jahren - dann müssen die Container abgeschaufelt werden.' Der Schulleiter betont jedoch: 'Die Container sind ein Notbehelf bis zum Anbau, der hoffentlich bald kommen wird.' Vorerst seien die Container für drei Jahre gemietet. Die Schule will laut Hartmann ein Rotationssystem einführen, nach dem die Klassen im Container jährlich oder halbjährlich wechseln.

'Die Behörden hoffen immer noch, dass die Geburtenjahrgänge so stark zurückgehen, dass der Anbau nicht mehr notwendig ist. Aber das ist ein Irrglaube.' Denn in der Gegend sei kein 'Riesen-Einbruch' der Schülerzahlen zu erwarten und bei sinkenden Schülerzahlen werden nach seiner Einschätzung zunächst die Klassenleitzahlen nach unten gefahren. Das heißt, es werden Klassen mit weniger Schülern gebildet als bislang. 'Die Klassenzahl bleibt also gleich oder steigt etwas an.'

Dringend nötig wäre auch ein neues Lehrerzimmer: 'Wir haben ausgerechnet, dass wir hier pro Lehrer 1,8 Quadratmeter Platz haben.' Insgesamt sei der Bau damals nur als vierstufige Schule mit 500 Schülern konzipiert worden: 'Es klemmt an allen Ecken und Enden.' Kreiskämmerer Josef Nuffer sagt: 'Das Thema Realschulanbau werden wir bei den Haushaltsberatungen im Januar 2008 ansprechen.' Der Vorschlag der Verwaltung sehe einen Anbau auf der Ostseite des Gebäudes vor. Wann das Projekt umgesetzt wird, sei noch völlig offen.

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