Kempten
Der Berufsbildungsbereich

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Wie geht es nach der Schule für mich/mein Kind weiter? Schüler aller Schularten kennen diese Frage, Eltern aller Nationalitäten beschäftigt das Thema. Für Menschen mit einem (oder mehreren) Handicap(s) gibt es die Allgäuer Werkstätten GmbH, die eine angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung ermöglichen.

Der Einstieg erfolgt meist nach dem Besuch der Tom-Mutters-Schule, der Astrid-Lindgren-Schule oder auch der Agnes-Wyssach-Schule. 'In jeder Einrichtung der Allgäuer Werkstätte gibt es einen entsprechenden Berufsbildungsbereich (BBB), wo sich die jungen Erwachsenen mit Behinderung in verschiedenen Arbeitsbereichen ausprobieren können', berichtet dazu Andreas Niedermeier, Fachbereichsleiter begleitende Dienste in den Allgäuer Werkstätten.

Die Zeit im BBB wird über die Agentur für Arbeit, die Rentenversicherung oder die Berufsgenossenschaft finanziert. Später, als Beschäftigter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung erfolgt die Finanzierung meist über den Bezirk Schwaben. 'Unsere Anwärter können unterschiedlichste Arbeiten ausprobieren – ob im Metallbereich, bei der Holzverarbeitung, in der Hauswirtschaft, im Lettershop oder im Gartenbereich', erzählt Niedermeier. Auch gibt es neben dem internen BBB einen externen und einen kombinierten Berufsbildungsbereich. Sehr eng arbeitet dieser Trainingsbereich mit Integra zusammen, über die Praktika in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes ermöglicht werden.

Die ersten drei Monate werden auf alle Fälle zunächst intern gestaltet. 'Individuell versuchen wir, die Wünsche, Neigungen und Fähigkeiten des einzelnen Anwärters herauszufiltern. Das geschieht mit verschiedenen Tests zur Motorik, zum Sozialverhalten oder Auffassungsgabe. Hierzu wird für jeden Anwärter ein individueller Stundenplan ausgearbeitet.' Nach diesem Vierteljahr erfolge eine Berufsbildungskonferenz mit den Betreuern, Eltern und manchmal auch Freunden des Einzelnen – und wir versuchen 'Traumberuf und Möglichkeiten so nah wie möglich zueinander zu bringen', so Niedermeier. Es folgt dann ein Eingliederungsplan für die nächsten zwei Jahre, inklusive Fernziel. Am Ende gibt es ein Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss der Berufsbildungsmaßnahme.

Ein Beispiel: Eine junge Frau wollte gern KFZ-Mechanikerin werden. Über das Arbeitsprojekt der Zweirad-Restaurierung wurde sie an den Beruf herangeführt und arbeitet inzwischen als Helferin in einer normalen Kfz-Werkstatt. 'Sie kennt jede Schraube, jeden Handgriff – aber rechnen und schreiben ist nicht ihr Ding. Dennoch macht sie eine gute Arbeit', so der Abteilungsleiter.

Für manchen, der die ersten Tage nach der Schulzeit im Berufsbildungsbereich ist, ist es jedoch schon schwer, einen ganzen Tag lang 'durchzuhalten'. 'Da ergeht es unsere Berufsanfängern nicht anders als anderen jungen Leuten', schmunzelt Niedermeier.

Die meisten Anwärter im Berufsbildungsbereich sind zwischen 18 und 19 Jahre alt. Es gibt aber auch (nach Unfällen, Krankheiten) Quereinsteiger. Sie bleiben zum Teil nur eine kurze Zeit stationär im Berufsbildungsbereich (BBB) und können dann betreut in der Werkstatt mitarbeiten.

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Redaktion extra aus Kempten

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