«Der Bedarf in Lindenberg ist da»

Lindenberg | do | Der Tafelladen boomt. Das berichtet Harald Thomas, Geschäftsführer des Caritas Kreis-Verbandes, beim Tag der offenen Tür in Lindenberg. Mit 20 Einkäufern pro Tag hatte die Einrichtung begonnen, «aktuell kommen im Schnitt 33 Leute am Tag zum Einkaufen.»

Der Kreis der Personen, der in der Tafel seinen täglichen Bedarf decken dürfte, ist freilich noch wesentlich größer. Nach wie vor sei die Hemmschwelle, in die Tafel zu kommen, ein Problem, schildert Thomas. «Der Bedarf ist da. Das wurde in den Gesprächen der Sozialberatung mehr als deutlich», berichtet er. Der Caritas-Kreisverband kümmert sich um den Laden in Lindau und in Lindenberg. Beide seien nötig. «Der Laden in Lindau reicht nicht aus. Die Ersparnis, die ein Lindenberger beim Einkauf dort hätte, würde von den Buskosten wieder relativiert.»

Laut Thomas sind die ehrenamtlichen Helfer angetan von der Freundlichkeit der Kunden: «Der Sozialneid scheint in Lindenberg wenig ausgeprägt», sagt er und: «Die Leute sind rücksichtsvoll und denken daran, dass auch nach ihnen noch jemand kommt, der beispielsweise ein Stück Fleisch möchte.» Auch andersherum gibt es Anerkennung: die Kunden äußern sich begeistert über die Ehrenamtlichen.

95 freiwillige Helfer kümmern sich um den Tafelladen in Lindenberg. Derzeit werde überlegt, den Laden auch am Samstag zu öffnen, aber dafür würden noch mehr Helfer benötigt, schildert Thomas. Um die Arbeit an einem Öffnungstag komplett abdecken zu können, seien 25 Freiwillige nötig, die sich abwechseln, weil nicht jeder immer Zeit hat. Die Helfer organisieren diesen Einsatz untereinander.

«Mit dieser Lösung haben wir das Ei des Kolumbus gefunden», freut sich der Geschäftsführer. Grund: «Es entsteht nur ein minimaler Verwaltungsaufwand und es funktioniert hervorragend.»

Die Waren, die im Tafelladen gegen wenig Geld verkauft werden, kommen größtenteils von ortsansässigen Bäckern und von Discountern. Wer zu den Tafelpaten gehört, ist im Schaufenster des Lindenberger Ladens in der Weinstraße zu sehen. «Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Geschäfte uns die Waren spenden», lobt Thomas die Hilfsbereitschaft der Unternehmen.

Zwischen den Tafelläden in der Region bis nach Singen, ist eine rege Tauschbörse entstanden. Grund: Oft erhalten die Tafeln von Herstellern größere Mengen zur Verfügung gestellt, die sie im eigenen Laden nicht absetzen können. Die Tauschbörse sorgt dafür, dass die Waren nicht schlecht werden, die Tafeln zudem eine größere Vielfalt bieten können.

Um im Tafelladen einkaufen zu können, ist ein Einzelgespräch bei der Caritas Sozialstation Voraussetzung. Unter Telefon (08381) 920911 können dafür Termine vereinbart werden. «Ich wünsche mir sehr, dass gerade diejenigen, die unser Angebot besonders gut gebrauchen können, den Mut aufbringen, zu kommen. Es ist keine Schande, nicht viel Geld zu haben», sagt Geschäftsführer Harald Thomas.

Der Tafelladen ist in der Weinstraße 1 im ehemaligen Elektrogeschäft Satzger zu finden. Er ist Montag bis Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 15.30 Uhr geöffnet.

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