Nesselwang
Der Bart ist noch nicht ab

«Dass das so lange hält, hätten wir damals nie gedacht», sagt Alfons Köberle. «Am Anfang ist das aus einer Laune heraus entstanden. Man wollte zeigen, dass man so etwas organisieren kann.» 50 Jahre ist es her, dass die Bergwacht zum ersten Mal einen Nikolaus in Nesselwang auf die Straße schickte. Mit großem Erfolg: «Kaum jemals dürfte in Nesselwang eine Veranstaltung eine so große Beachtung gefunden haben, wie der großartige Nikolausumzug», berichtete unsere Zeitung im Jahre 1959. «Weit über 2000 Menschen säumten von der Bäckerei Hailer bis zum Gasthaus Zur Sonne die Hauptstraße.»

Dass die Begeisterung trotz wachsender «Konkurrenz» Jahrzehnte anhalten sollte, war nicht abzusehen. «Vor etwa zehn Jahren dachte man, es geht zu Ende», sagt Sepp Brandmeyr, wie Köberle als Bergwachtmann von Anfang an dabei. Doch auch die geburtenschwachen Jahrgänge überstand die Traditionsveranstaltung. So kommt auch dieses Jahr der Nikolaus am 6. Dezember nach Nesselwang. Zum Jubiläum begleitet ihn erstmals ein Nikolausmarkt, den der Verkehrsverein zusammen mit den Elternbeiräten von Schule und Kindergarten auf dem Schulhof veranstaltet.

Heiliger statt Klausentreiben

Einen Nikolaus zu organisieren hatte Ende der 1950er Jahr einen ganz praktischen Grund, erinnert sich Alfons Köberle: «Damals gab es wüste Klausentreiben.» Dem wollte man einen christlichen Nikolaus entgegenstellen. Doch warum gerade durch die Bergwacht? «Als wir angefangen haben, waren wir ein ganz geselliger Haufen um Bereitschaftsleiter Hans Renn», sagt Brandmeyr. Für Pfronten und Nesselwang gab es nur eine Bergwacht. So war es auch ein Pfrontener, nämlich Anton Rist, der 1959 als erster den Heiligen verkörperte.

Nur wenig hat sich seitdem geändert. Hatte am Anfang noch ein biblischer Esel den Nikolaus begleitet, erschien dieser schon bald hoch zu Ross. Nach der Premiere an der Kirche ist seit Mitte der 1960er Jahre bis heute der Platz vor dem Café Paulus an der Von-Lingg-Straße Ort des Geschehens.

Auch, dass Engelchen - teilweise ein ganzer Wagen voll - den Nikolaus begleiten, hat seit Jahrzehnten Tradition. Auch wenn sie heuer wohl aussetzen. Die Geschenkpäckchen verteilen jeweils zwischen acht und zehn Knechte Ruprecht.

Unterstützt wird die Bergwacht von anderen Vereinen wie dem Trachtenverein und der Harmoniemusik, die den Auftritt des Nikolauses seit 50 Jahren musikalisch begleitet. Die Marktgemeinde gibt einen Zuschuss für die Füllung der Päckchen. Auch an der hat sich in 50 Jahren nicht viel geändert: Mandarinen, Nüsse, Äpfel und Süßigkeiten. Auch wenn die größeren Kinder mit solch bescheidenen Gaben nichts mehr anzufangen wissen: «Die Kleineren freuen sich noch richtig», erzählen die Bergwachtmänner und freuen sich mit ihnen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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