Memmingen
Der Bach, der Fischertag und was das mit Integration zu tun hat

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Die Integration von Ausländern ist Gegenstand vieler gesellschaftspolitischer Diskussionen. Es geht unter anderem darum, wie sich bestehende Defizite beseitigen lassen. Es gibt aber auch positive Beispiele aus der Praxis, wie jetzt die Versammlung der Stadtbachfischer gezeigt hat. Im voll besetzten Saal des Bonhoeffer-Hauses berichtete Fischmeister Wolfgang Zettler vom Zusammentreffen mit einem türkischen Buben.

Zettler hatte die Nachricht bekommen, dass im Stadtbach, bei der Eichbrücke, ein verletzter Fisch schwimme. Er fuhr dorthin und holte das Tier aus dem Gewässer. Das sah der Bub und ging auf Zettler zu. Er fragte den Fischmeister, was er da mache und wer er überhaupt sei. Schließlich dürfe man hier nicht einfach fischen. Diese Begegnung kommentierte Zettler in der Fischerversammlung so: «Es hat mich gefreut, dass wir auch ausländische Bewacher für unseren Stadtbach haben.»

In seiner Vorschau auf den Fischertag erwähnte Zettler, dass rund 3000 Forellen im Bach seien. Bei rund 1200 Fischern müsse da doch für jeden etwas zu holen sein. Zudem gebe es heuer viel weniger kleine Tiere als im vergangenen Jahr. Weiter berichtete der Fischmeister, dass nach dem Heimatfest zwei Wochen lang kein Wasser im Bach sei. Da werde die Brücke am Schrannenplatz abgebrochen.

Zum Thema Tierschutz sagte der Gruppenleiter der Stadtbachfischer, Bernd Käser, dass es im vergangenen Jahr nur eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegeben habe. Dennoch stehe der Fischertag weiter unter Beobachtung, so Käsers Stellvertreter Christian Feiner. Er ging auf einen Bericht der Veterinäre ein, in dem die Mediziner beispielsweise bemängelten, dass sich in manchen Fällen zu viele Fische in den Kübeln befanden. Moniert wurde auch, dass beim Gefängnis kein Zelt zum Töten der Tiere stand. «Das war ein Abspracheproblem», so Feiner. Oberfischer Jürgen Kolb wies darauf hin, dass auch heuer wieder Veterinäre aus ganz Schwaben zum Fischertag anreisten.

«Es wird vieles getan, damit die Vorwürfe nicht die Spur einer Berechtigung haben», äußerte sich Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger zum Tierschutz. Die Organisation Animal 2000 hatte den Ablauf des Fischertages massiv kritisiert und dadurch Veränderungen erreicht. Dazu zählen die Zelte, um die ausgefischten Forellen schnell und waidgerecht töten zu können.

Sponsor für Kapellen

Heinz Janda berichtete in der Versammlung, dass der Fischerbrunnen am Schrannenplatz restauriert werde. Der zweite Vorsitzende des Fischertagsvereins zeigte sich froh darüber, dass die Figur auch nach dem Umbau des Schrannenplatzes etwa an derselben Stelle verbleiben soll. Zum Ablauf des Fischertages sagte Janda, dass die vergangenes Jahr ausgeladenen Kapellen wieder dabei seien. Die Familie Brey trete als Sponsorin auf und bezahle die Musiker. Die Streichung der Kapellen aus Kostengründen war auf Kritik gestoßen.

Das letzte Wort hatte der Fischerkönig. JoachimI. blickte auf den Krönungsfrühschoppen zurück und sagte unter dem Jubel des Publikums: «Es gibt nichts Schöneres, als in die Stadionhalle getragen zu werden.»

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