Der Aufstand des Individuums

<span class='v_autor'>Von KLaus Lang</span> | <span class='v_spitz'>Fischen</span> 'Ist humanes Management angesichts der Globalisierung noch möglich?' - In seiner Vorrede stellt der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd eG, Otto Schmid, drei mögliche Antworten auf diese Frage zur Disposition: nein - ja aber - ja. Referent Dr. Notker Wolf ergänzt diese um eine vierte: 'Es muss möglich sein! Denn wozu soll Wirtschaften da sein, wenn nicht für den Menschen.' Vor rund 700 Zuschauern referierte der Abtprimas des Benediktinerordens im Rahmen des Raiffeisen-Forums im Kurhaus Fiskina in Fischen. <p class='t_texteinzug'>Das Problem der Globalisierung sei, dass man Antworten erwarte, bevor die Fragen richtig gestellt sind. Wolf legt am Anfang seines Vortrags erst einmal ein gutes Wort für die Riege der Top-Manager ein. Diese stünden unter enormem Erfolgsdruck - vor allem durch die Shareholder - würden aber gleichzeitig als moralische Vorbilder angesehen. Damit überfordere man sie - sie seien auch nur Menschen. Es gebe viele gute Unternehmer, gerade im Mittelstand. Aber ein paar Große ganz oben verdürben das Image. Medien forcierten dies durch ein Schwarz-Weiß-Denken. </p><p class='t_texteinzug'>Was zu einem humanen Management gehöre, sei Souveränität - man müsse den Überblick behalten zum Wohle des Unternehmens, des Mitarbeiters und der Bevölkerung. Es dürfe keine Panik entstehen, wenn es einmal nicht so laufe. Aber auch die Risikobereitschaft bei den Arbeitnehmern müsse größer werden. Viele Deutsche würden Sicherheit der Freiheit voranstellen - das sei nicht zukunftsträchtig. Auch müsse der Arbeitnehmer flexibler werden, ein lebenslanger Arbeitsplatz könne nicht mehr garantiert werden. </p><p class='t_texteinzug'>'Nur wenn man diskutiert, kann man von den Maximalforderungen abkommen', führt Wolf weiter aus. Man müsse bei allen wichtigen Fragen möglichst viele Beteiligte zusammenrufen und beraten. 80 Prozent der Jungmanager wollten jedoch allein entscheiden. Dabei gehe es um die Sache und nicht um eine Einzelmeinung oder eine Lobby. Bei Diskussionen seien junge Querdenker wichtig, 'denn im Alter werden nicht nur die Beine wackeliger, sondern auch das Gehirn'. </p><p class='t_texteinzug'>Eine dritte Bedingung sei die Berücksichtigung des Einzelnen. Der 'Aufstand des Individuums' müsse der Gleichschalterei entgegentreten. Auch die Beachtung des Menschen als Kunde sei wichtig. </p><p class='t_texteinzug'>Wolf schließt mit der Frage, wie eine demokratische Kontrolle des Kapitals funktionieren könne. Doch die Antwort bleibt er schuldig: Dafür habe er noch keine Lösung.</p>

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