Maikundgebung
«Der Arbeitsmarkt droht immer mehr zu verlottern»

Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen gab es gestern bei der Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in der Memminger Stadthalle harsche Kritik: «Die Statistik mag gut klingen, aber in Wirklichkeit droht der Arbeitsmarkt immer mehr zu verlottern», wetterte DGB-Regionsvorsitzender Werner Gloning. Denn seiner Meinung nach wird die «Ware Arbeitskraft» immer stärker billigst verramscht. Die meisten neu angebotenen Arbeitsstellen seien Leiharbeitsplätze. Zudem würde bereits jeder vierte Arbeitnehmer nur geringfügig bezahlt. «Leiharbeit und Hartz IV-Maßnahmen sind kein Weg in den ersten Arbeitsmarkt, sondern aus ihm heraus», betonte der Gewerkschaftsmann.

Auch die Sprecherin des Sozialverbands VdK, Britta Brumm, und der Vorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Memmingen, Gerd Zettler, beklagten eine fehlende Regelung für Mindestlöhne. Sie forderten eine zeitliche Begrenzung der Leiharbeitsverhältnisse, die sonst, so auch Gloning, «in eine riesige Lohnbetrügerei ausarten».

Unzufrieden zeigten sich die Gewerkschaften und Interessensverbände auch mit der Entwicklung der Renten. «Das Einkommen der Rentner sinkt, weil die mickerige Erhöhung von einem Prozent die Preisentwicklungen in keiner Weise auffängt.» Noch heftiger ins Gericht ging Gloning mit der Gesundheitspolitik der derzeitigen Bundesregierung.

«Da habe ich Angst, das treibt mich um», sagte er angesichts von Plänen der Regierung, künftig Kostensteigerungen ausschließlich von den Versicherten tragen zu lassen.

Die Vertreter der Kirchen, Stadtpfarrer Tobias Hiller und Dekan Kurt Kräß, erinnerten in ihren Ansprachen die Verantwortlichen an deren Pflicht zu einem gerechten Umgang mit der Wertigkeit von Arbeit und Löhnen. Unternehmerisches Handeln dürfe nicht ausschließlich vom Streben nach immer höheren Renditen bestimmt sein.

Nach der Kundgebung gab Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger für die Teilnehmer einen Empfang im Rathaus.

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