Fasching im Allgäu
Special Fasching im Allgäu SPECIAL

Sonthofen
«Der Allgäuer Fasching ist schon sehr deftig»

Sie ist so was wie die Chefin von 700000 Kindern aus ganz Deutschland: Die Sonthoferin Petra Müller wurde im vergangenen Jahr zur Vorsitzenden der Jugend im Bund Deutscher Karneval (BDK) gewählt. Die 42-Jährige war selbst als Jugendliche Mitglied in einem Sonthofer Fasnachtsverein. Ihr Ziel als BDK-Jugend-Vorsitzende ist es, den «regionalen Fasching so zu erhalten, wie er ist».

Und? Immer noch Lust auf Fasching oder reicht es Ihnen schon?

Petra Müller: Nein, nein. Ich freu mich auf die Haupttage, das wird richtig lustig jetzt. Gestern waren wir mit der BDK-Jugend im Bayerischen Landtag in München, am Wochenende schauen wir in Mainz den Kinderumzug an und später natürlich auch den Rosenmontags-Umzug. Den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, werde ich bei dieser Gelegenheit auch sehen.

Treffen Sie in Ihrer Funktion häufiger Prominente? Und reden Sie dann mit denen über Fasching?

Müller: Nein, da geht es um andere Dinge. Erst kürzlich hatten wir einen Empfang bei der Bundeskanzlerin. Wir wurden ihr vorgestellt und sie hat sich richtig Zeit genommen. Wir haben uns sehr inhaltsvoll über das Thema Jugendarbeit unterhalten.

Wie muss man sich das vorstellen? Ist die Bundeskanzlerin verkleidet, wenn sie eine Abordnung des Bundes Deutscher Karneval empfängt?

Müller: Natürlich nicht! Aber wir haben ihr einen Orden überreicht. Überhaupt war ich von Merkel völlig begeistert: Sie war so fröhlich, hat viel Humor und sehr schlagfertig war sie auch.

Was macht eigentlich eine Vorsitzende der BDK-Jugend?

Müller: Dieser Posten ist mit sehr viel Arberit verbunden. Grundsätzlich geht es uns darum, den regional gewachsenen Fasching so zu erhalten, wie er ist. Es sollen also beispielsweise nicht Traditionen aus Köln ins Allgäu transferiert werde. Weiter ist unser Ziel, eine strukturelle Jugendarbeit aufzubauen. Dafür schulen wir etwa unsere Jugendleiter. Weiter stoßen wir verschiedene Projekte an.

Zum Beispiel?

Müller: Wir haben aktuell die Kampagne: «Volles Leben statt leere Flaschen» gestartet. Wir fordern beim Thema Alkohol von Vereinen, Veranstaltern und auch Eltern, die gesetzlichen Bestimmungen strikt einzuhalten. Wir verurteilen Angebote wie «Flat-Rate-Saufen» oder «Happy Hours».

Gerade im Fasching wird häufig - auch von Jugendlichen - besonders viel Alkohol getrunken. Was wollen Sie dagegen tun?

Müller: Es ist ganz klar: Fasching und Alkohol sind nicht völlig voneinander zu trennen. Doch es muss bei aller Feierei Maß und Ziel geben. Wir treten dafür ein, den Faschings-Brauch weiter zu feiern - aber ohne zu Saufen! Alkohol bei Jugendlichen ist ein Problem. Ein ganzjähriges Problem, das nicht nur auf den Fasching beschränkt ist. Wir fordern Eltern und Jugendliche auf, sich Vereinen anzuschließen. Dort gibt es eine hervorragende Jugendarbeit und auf das Problem wird frühzeitig aufmerksam gemacht.

Sie sagten, Sie möchten die regionalen Bräuche erhalten. Was macht den Allgäuer Fasching aus?

Müller: Ich würde ihn als sehr deftig bezeichnen, die Politik wird durchaus heftig aufs Korn genommen. Auch bei den großen Umzügen - zum Beispiel in Marktoberdorf oder Kempten - sieht man die Liebe zum Fasching. Was dem Allgäuer vielleicht weniger liegt, ist das Maskieren. Das ist schon eher einfach strukturiert (lacht).

Wie sieht denn Ihr Kostüm aus?

Müller: Ich trage bei den Veranstaltungen nur eine Narrenkappe und eine Jacke. Das macht es einfach. Sonst müsste man sich bei den vielen Terminen ja ständig was Neues überlegen.

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