Finanzen
Der Allgäu-Airport scheint gerettet

Führende Unternehmer aus der Region haben am Dienstagabend ein klares Bekenntnis zum Allgäu-Airport abgelegt: Knapp 60 private Gesellschafter stimmten einmütig für eine rasche Kapitalaufstockung. Bis 1. August will die Wirtschaft ihre Anteile um mindestens vier Millionen Euro erhöhen.

Zudem soll die Betreiber-Gesellschaft um acht bis zehn Anteilseigner wachsen, was dem Airport zusätzliche Mittel von etwa einer Million Euro bescheren dürfte. Insider gehen davon aus, dass der Liquiditäts-Engpass des Flughafens damit in Kürze beendet sein dürfte. Bislang ist die Allgäuer Wirtschaft mit knapp 20 Millionen Euro am Airport beteiligt. Die jetzt beschlossene Aufstockung gilt als entscheidende Weichenstellung, um die Zukunft des angeschlagenen Flughafens zu sichern.

, drücken den Airport Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Millionen Euro. Zudem muss der Flughafen knapp 16 Millionen Euro in den Ausbau seiner Infrastruktur investieren - unter anderem geht es um die Vergrößerung der Start- und Landebahn und zusätzliche Rollwege. Das Geld soll unter anderem der Verkauf von Grundstücken hereinspülen, die nicht zwingend für den Flugbetrieb benötigt werden.

Der Oberallgäuer Ex-Landrat Gebhard Kaiser, der als Berater und Koordinator an einem tragfähigen Konzept für den Airport schmiedet, nennt das Votum der Gesellschafter einen 'Meilenstein'. 'Die Unternehmer haben damit eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung des Flughafens und damit der gesamten Region geschaffen', sagte er gestern. Zuvor hatte Kaiser die Zukunft des Flughafens in düsteren Farben gemalt, würde die Soforthilfe ausbleiben: Ohne weiteres Geld sei der Linienflugbetrieb übers Jahr 2015 hinaus akut gefährdet.

Die Aufstockung der Gesellschafteranteile gilt als zwingende Voraussetzung für zusätzliche Finanzhilfen für den Airport. Derzeit wird in mehreren Städten und Landkreisen der Region über eine neuerliche Unterstützung des Flughafens diskutiert. Als Starthilfe hatten Kommunen und Kreise dem Airport weit über eine Million Euro gewährt. Auch vom Freistaat erwarten sich die Verantwortlichen des Flughafens eine erhebliche Finanzhilfe.

Bislang hat München einen Ausbau-Zuschuss in Höhe von zehn Millionen Euro in Aussicht gestellt. 'Hier hoffen wir auf eine höhere Förderung', sagt Kaiser. Auch über eine Beteiligung an den Betriebskosten müsse man diskutieren. Die Freien Wähler fordern zudem eine staatliche Beteiligung am Flughafen, wie sie in München und Nürnberg besteht. Ihr Antrag war jedoch im Landtag vorläufig abgewiesen worden. Vor einer Entscheidung müsse erst die Frage der dritten Startbahn in München geklärt sein.

Doch was helfen Zuschüsse, wenn der laufende Betrieb ständig rote Zahlen produziert? Hier sehen sich die Airport-Verantwortlichen inzwischen wieder im Aufwind: Nach dem Passagierschwund 2013 (von 840.000 auf etwa 750 000) sei in diesem Jahr mit einem deutlichen Plus von etwa 100.000 Fluggästen zu rechnen, hieß es in der Gesellschafter-Versammlung.

Bei der Versammlung habe eine positive Stimmung geherrscht, berichten Teilnehmer. Er gehe davon aus, dass Freistaat und Kommunen den Airport stärker unterstützen, wenn auch die Unternehmer mehr Geld investieren, sagt Flughafen-Gesellschafter Wolfgang E. Schultz. Die Zukunft des Airports sieht er optimistisch: 'Wir sind mit unserem Latein noch nicht am Ende.'

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