Lindenberg
«Denn ich weiß, ich werde gebraucht»

«Mit den Kindern zu basteln oder ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, macht mir einfach Freude und es bereichert mein Leben», antwortet Ursula Frey auf die Frage, warum sie sich denn, mit Ausnahme einer Unkostenerstattung, ohne Bezahlung im AWO-Kinderhort Lindenberg einsetzt.

Die Hausfrau aus Weiler hilft jeden Mittwoch den Fachkräften des Hortes durch ihr nützliches Engagement und möchte sogar noch öfter kommen.

Auch Armin Lingenhöhl aus Scheidegg ist jede Woche bei Bastelarbeiten und Vorlesestunden im Hort anzutreffen. Manchmal besucht er mit seinem Leierkasten das Café «Charlotte» im Haus «Alpenblick» der Arbeiterwohlfahrt in Lindenberg. Die alten Schlager und Shantys, die er seinem Instrument entlockt, kommen bei den Senioren sehr gut an. «Es geht mir nicht darum, Langeweile zu vertreiben, ich hab auch so noch genug zu tun», meint der vielfältig engagierte Amtsleiter im Ruhestand.

Worum also geht es bei den Freiwilligendiensten der AWO Scheidegg, die dieses Projekt angestoßen hat? «Zunächst einmal möchte ich betonen, worum es nicht geht,» so der Ortsvereinsvorsitzende Volker Schmidt. «Wir suchen keine billigen Arbeitskräfte für den Einrichtungsträger, der sich mit den Freiwilligen auch keine Planstellen einspart.» Schmidt betont, dass es sich bei den Aufgaben, die Ursula Frey, Armin Lingenhöhl und seine Ehefrau, die einmal wöchentlich Senioren betreut, übernommen haben, um Hilfen handelt, die eben sonst nicht angeboten werden können.

Auch der Helfer profitiert

«Bisher hat es die Politik nicht geschafft, zum Beispiel für pflegebedürftige Menschen Bedingungen zu schaffen, unter denen über die eigentliche Pflege hinaus auch noch etwas an menschlicher Zuwendung möglich wird.»

Hier sei der einzelne Bürger gefragt, meint der Scheidegger AWO-Vorsitzende. Und damit werde nicht nur bedürftigen Menschen, wie Alten und sozial benachteiligten Kindern, geholfen. Auch der freiwillige Helfer selbst profitiere enorm.

Ursula Frey hatte es schon so ausgedrückt: «Diese Arbeit bereichert mein Leben.» Auch Susanne Schmidt aus Scheidegg ist der Meinung, dass sie eine Menge zurückbekommt, wenn sie sich für ihre Mitmenschen engagiert. «Ich erfahre Dankbarkeit und Freude, wenn ich mit den Menschen aus dem Seniorenheim zusammen bin. Und das ist ein sehr gutes Gefühl, denn ich weiß, ich werde gebraucht.» (vos)

Freiwilliger Dienst: Mitmachen kann man in den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, Kinderhort und im Seniorenheim «Alpenblick». Geplant ist eine Hausaufgabenbetreuung sowie Lese- und Rechtschreibübung für lernschwache Schüler. Interessenten können sich bei Volker Schmidt melden unter (08387) 1743.

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