Hanfwerke-Siedlung
Denkmalschutz soll zurückstecken

Denkmalschutz hin oder her: Bei einer geplanten Tiefgarage in der ehemaligen Hanfwerke-Siedlung wollen sich Füssens Kommunalpolitiker über die Bedenken des Landesamtes für Denkmalpflege hinwegsetzen. Sie plädierten im Bauausschuss geschlossen dafür, dass die unterirdischen Stellplätze über eine Rampe angefahren werden sollen. Die Denkmalschützer fordern dagegen bislang eine Lösung mit einem Lift. Doch «in diesem Fall bin ich beratungsresistent», meinte nicht nur Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Problem: ruhender Verkehr

Die frühere Arbeitersiedlung gilt unter Städteplanern als architektonisches Juwel. Allerdings führte sie lange einen Dornröschenschlaf, ehe Investoren vor wenigen Jahren anfingen, mehrere Wohnblocks zu renovieren und modernisieren. Ein Problem ist in der historischen Siedlung bislang aber noch nicht gelöst: Wohin mit den Autos der Bewohner, die derzeit die Innenhöfe vollstopfen? Im Entwicklungskonzept für die Kernstadt-Nord wird vorgeschlagen, die Innenhöfe zu begrünen und aufzuwerten, der ruhende Verkehr soll am besten in Quartiersgaragen verschwinden. Doch deren Realisierung erscheint den Kommunalpolitikern kaum möglich zu sein.

Nun lag der Bauantrag eines Investors für eine Tiefgarage unter zwei Innenhöfen vor - bereits vor Monaten hatten sich die Kommunalpolitiker damit beschäftigt. Schon damals das größte Problem: die Zufahrt. Denn eine seinerzeit geplante Rampe würde die freie Sichtachse zwischen Marien- und Karlstraße beeinträchtigen, zudem müsste sie aus Gründen des Lärmschutzes eingehaust werden. Der Denkmalschutz plädierte schon damals für einen Auto-Lift.

Diesem Wunsch wurde nun im Bauantrag nachgekommen. Die Stadträte allerdings, die eine filigrane Stahl-/Glas-Konstruktion für den Lift erwartet hatten, sahen sich enttäuscht: Ein konventioneller, eher kostengünstiger Bau wurde beantragt - «ein Trafohäuserl», meinte Zweite Bürgermeisterin Uschi Lax (CSU). «Städtebaulich ist das nicht unbedingt ein Gewinn», urteilte Bauamtsleiter Armin Angeringer.

Auch Bürgermeister Iacob betonte: «Das ist keine akzeptable Lösung.» Ohnehin konnte er der Lift-Variante wenig abgewinnen, da die Technik anfällig sei für Störungen. Daher plädierte der Rathaus-Chef für eine Rampe - genauso wie Franz Nagel (CSU), der darauf pochte: «Wir müssen auch mal dem Denkmalamt gegenüber Profil zeigen.» Das sah der gesamte Ausschuss so. Einstimmig wurde die Lösung mit dem Lift abgelehnt. Stattdessen soll die Tiefgarage über eine Rampe erschlossen werden.

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