Füssen
Denkmalschutz contra Tiefgarage

In der ehemaligen Hanfwerke-Siedlung sollen die Autos unter die Erde: Der Bauvoranfrage für eine Tiefgarage mit 18 Stellplätzen stimmte der Füssener Bauausschuss nun mehrheitlich zu. Vor einer Realisierung gilt es aber, Bedenken des Denkmalschutzes aus dem Weg zu räumen, wie in der Beratung deutlich wurde: Die Zufahrt bereitet die größten Probleme.

In der historischen Siedlung hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Mehrere Wohnblocks wurden von Investoren grundlegend saniert. Nun will einer in einem Innenhof zwischen Marien- und Karlstraße eine Tiefgarage errichten. Grundsätzlich hatte im Bauausschuss niemand etwas gegen das Projekt einzuwenden. «Die Autos stehen in den Innenhöfen kreuz und quer», beschrieb Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die momentane Situation. Da sei es nur vernünftig, Tiefgaragen zu bauen - so könnten die Innenhöfe begrünt und dadurch aufgewertet werden. Auch Iacobs Stellvertreterin Uschi Lax (CSU) plädierte für die Tiefgarage, «wenn wir unsere Stadt bewohnbar halten wollen».

Allerdings wird man davon auch den Denkmalschutz überzeugen müssen. Denn es zeichnet sich ab, dass die Zufahrt zur Tiefgarage, die in Höhe des Anwesens Karlstraße 5 vorgesehen ist, von den Denkmalschützern nicht befürwortet wird. Dadurch würde die freie Sichtachse zwischen Marien- und Karlstraße beeinträchtigt.

Magnus Peresson (UBL) warnte seine Ausschuss-Kollegen davor, die Bedenken des Denkmalschutzes außer Acht zu lassen. Auch Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht sah dies so: «Aus meiner Sicht wäre ein Auto-Lift die sauberste Lösung - den kann man gut verstecken.» Zudem sieht die Planung vor, dass die Zufahrt zur Tiefgarage statt der maximal zulässigen Steigung von 15 Prozent nun 18 haben soll. «Die bayerische Bauordnung sagt klar, dass das nicht geht», so Fröchtenicht. Der Ausschuss sprach sich dennoch für die Tiefgarage samt Zufahrt über die Karlstraße aus.

Allerdings sollten Beeinträchtigungen der Sichtachse so gering wie möglich gehalten werden. Für die 18-prozentige Steigung der Zufahrt will man sich um eine Ausnahmegenehmigung bemühen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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