Memmingen
Denkmalpflege: «Steg ist inakzeptabel»

Zu den umstrittenen Plänen für den Bau eines Stegs in der Kalchstraße (wir berichteten) haben Bürger und Träger öffentlicher Belange - wie etwa das Landesamt für Denkmalpflege - Stellungnahmen abgegeben. Diese wurden nun dem Memminger Bausenat vorgelegt. Auf Beschluss der Senatsmitglieder werden die Stellungnahmen an den Bauherrn weitergeleitet. Dieser soll prüfen, inwieweit die vorgebrachten Bedenken ausgeräumt werden können. Die eventuell überarbeiteten Pläne sollen schließlich dem Bausenat vorgelegt werden, der dann über den Bauantrag entscheidet.

«Fremdkörper»

Wie Ulrich Wagner vom städtischen Planungsamt den Senatsmitgliedern berichtete, lehnt das Landesamt für Denkmalpflege den Steg mit folgender Begründung grundsätzlich ab: «Ein Übergang in der Memminger Kalchstraße ist inakzeptabel, weil das Stadtbild und die Einzelbaudenkmäler der Umgebung massiv beeinträchtigt würden.» Außerdem wäre der Steg «ein nicht zu übersehender Fremdkörper». Generell begrüße man aber das Schließen der «störenden Baulücke» durch den geplanten Hotelneubau, der über den Steg mit dem Haupthaus, dem Weissen Ross, verbunden werden soll.

Indes hält die Bezirksheimatpflege den geplanten Neubau für «zu massiv» und bezweifelt grundsätzlich die Notwendigkeit eines Stegs. Als «Querriegel» bezeichnen der Historische Verein und die Memminger Heimatpflege das Bauprojekt. «Der Steg beeinträchtigt die Sicht auf die geschichtlich bedeutsame Straße», betont Vereinsvorsitzender Christoph Engelhard.

Dagegen unterstützt die Industrie- und Handelskammer (IHK) das Vorhaben. «Im Hinblick auf Tourismus, Arbeitsplätze sowie Aufwertung des Orts- und Straßenbildes begrüßen wir das Projekt.» Und der Junge Block in Memmingen fordert eine Bürgerbefragung zum Thema Steg.

«Überdimensioniert»

Neben Trägern öffentlicher Belange sprachen sich auch Bürger gegen das Projekt aus. Als Gründe nannten sie beispielsweise Lärm- und Abgasbelästigung durch die geplante Tiefgarage. Nach Ansicht eines Anwohners würde das Stadtbild durch einen Steg «zerstört». Ferner sei das Vorhaben «überdimensioniert», monierte ein weiterer Bürger.

Die ablehnende Haltung der Bürger und der Denkmalpflege ist laut Wagner für das Planungsamt «aus städtebaulicher Sicht nachvollziehbar».

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