Denkmalgeschütztes Haus in Ruderatshofen vor dem Verfall

Vermutlich älteste Allgäuer Schmiede am Scheideweg Ruderatshofen/München (fro). 'Wieland der Schmied' der deutschen Heldensage war hoch angesehen. Doch längst erledigen Hochöfen und Walzwerke seine Kunst. Nur ein paar Schmieden aus dem 19. Jahrhundert sind im Allgäu erhalten. Dagegen stammt die alte Schmiede in Ruderatshofen aus dem 18. Jahrhundert. 'Mir ist keine andere vergleichbare ältere Schmiede im Allgäu bekannt', sagt Dr. Hildegard Sahler, Gebietsreferentin des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD). Zur Zeit verhandeln Besitzer und Gemeinde über die weitere Zukunft des Hauses, denn angesichts des baulichen Zustandes 'muss etwas passieren', so Bürgermeister Johann Stich.

'Von außen ließ die stark geschwellte Dachhaut auf Schäden im Inneren schließen', mutmaßte Sahler bei der ersten Ortsbesichtigung der denkmalgeschützten Schmiede. Tatsächlich waren die Balken der Decke zu zwei Dritteln eingestürzt, Fußschwellen verfault und es drang Wasser ein. 'Die Sanierung des Dachwerks ist baldmöglichst in Angriff zu nehmen, da das gesamte Gebäude einsturzgefährdet ist', resümiert die Gebietsreferentin. Auch der Bürgermeister drängt auf eine Entscheidung: 'Es muss bald etwas passieren.'

'Es handelt sich bei der alten Schmiede um ein eingeschossiges rechteckiges Haus mit Satteldach und kleinen Rechteckfenstern. Ein breites Tor führt in das Innere. Die Schmiede besteht aus einem großen Raum. Das Kehlbalkendach mit stehendem Stuhl ist aufgrund der Zimmermannstechnik - so genannter Verblattungen - in das 18. Jahrhundert zu datieren', so die Beschreibung des Gebäudes. Damit könnte die Schmiede in Ruderatshofen die älteste in der Region sein. 'Sie wurde sehr gut verarbeitet. Sonst hätte sie auch nicht so lange gehalten', lobt Sahler.

Die Zukunft der Schmiede aber ist offen: Die Gemeinde besitzt einen Anteil von acht Quadratmetern der insgesamt 65 Quadratmeter großen Schmiede. Sie würde den übrigen Teil eventuell kaufen - wenn sie sich mit dem Besitzer über einen Verkaufspreis einigen kann. Außerdem wartet sie auf das Ergebnis eines Gutachtens der Denkmalbehörde. Sollte das Bauwerk komplett erhalten werden müssen, könne sich das die Gemeinde kaum leisten, so Stich. Genehmige die Behörde hingegen einen Teilabriss, komme das den Vorstellungen der Gemeinde entgegen. 'Dass die Stätte zumindest teilweise erhalten bleiben sollte, ist ebenso wie der historische Wert der Schmiede unbestritten', so Stich.

Museale Nutzung möglich

Eine Möglichkeit, das Gebäude zu nutzen, sei, den sanierten Teil museal einzurichten und den neu gebauten als Funktionsgebäude, erläutert der Bürgermeister. So werde das Haus zum Teil durch Mieteinnahmen getragen. Ansonsten hofft Stich auf ehrenamtliches Engagement. Jedenfalls müsse eine Entscheidung bald gefällt werden: 'Einen weiteren Winter wie voriges Jahr verträgt das Gebäude nicht mehr', meint der Bürgermeister.

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